Gäubodenvolksfest Für sie ist das Trumm vom Paradies die Hölle

Das Mitbringen von Hunden ist auch beim Gäubodenvolksfest in Straubing strikt verboten. Eine Vorschrift, an die sich leider aber längst nicht jeder hält. (Symbolbild) Foto: dpa

Das Gäubodenvolksfest – ein Trumm vom Paradies. Doch nicht für alle sind die dortigen Bedingungen paradiesisch. Allen voran nicht für Hunde. Auch deshalb sind die Vierbeiner auf dem Festgelände verboten. Trotzdem gibt es in jedem Jahr einige Unverbesserliche, die ihre Hunde mitnehmen – denn sie wissen nicht, was sie ihren Tieren damit antun.

„Die Stadt Straubing bittet die Besucher des Gäubodenvolksfestes und der Ostbayernschau um Verständnis, dass das Mitführen von Tieren auf dem Festplatz und dem Ausstellungsgelände nicht erlaubt ist. Aus gegebenem Anlass wird diese Vorschrift der Festverordnung erneut in Erinnerung gerufen. Die Regelung dient sowohl dem Schutz der Besucher als auch der Tiere“, begründet die Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH diese Maßnahme. An sich eine Vorschrift, die gemeinhin bekannt ist. Und doch stößt sie bei einigen Hundebesitzern jedes Jahr aufs Neue auf taube Ohren.

„Wir erwischen jedes Jahr wieder Leute auf dem Festgelände, die ihre Hunde dabei haben. In der Regel sind diese Leute dann aber recht einsichtig, wenn wir ihnen erklären, dass Hunde dort nicht erlaubt sind“, berichtet Polizeisprecher Ronny Graßl gegenüber idowa. Einen „Platzverweis“ gibt es daraufhin nur für den Vierbeiner. Schwerwiegendere Vorfälle habe es deshalb laut Graßl noch nicht gegeben. „Man sollte aber dennoch bedenken, dass auch von an sich unauffälligen Hunden eine Gefahr ausgeht, wenn sie auf dem Festgelände von tausenden Menschen angerempelt werden“, mahnt Graßl.

Das bestätigt auch Alexandra Hoffmann aus Germering bei München. Sie arbeitet seit zehn Jahren als Hundepsychologin und übernimmt neben der Beratung von Hundehaltern auch die Arbeit mit Hunden im Tierheim. „Auf einem großen Volksfest findet sich der Hund nicht nur in Mitten von unzähligen Füßen wieder und muss ständig Angst haben, getreten zu werden. Weil er in der Regel angeleint ist, kann er auch nicht wirklich ausweichen“, betont die Hundepsychologin.

Doch das sind freilich nicht die einzigen Faktoren, die auf dem Gäubodenvolksfest auf den Hund einwirken. Hoffmann: „Der Hund wird auch von den vielen Gerüchen und vor allem lauten Geräuschen überflutet. Je nach Persönlichkeit und Vorerfahrungen des Hundes, kann diese Situation große Angst oder auch aggressives Verteidigungsverhalten hervorrufen.“ Summa summarum sei es schlichtweg ein großer Stress für den Hund. „Je höher der Stresslevel, desto geringer die Reizschwelle und damit wird auch aggressives Verhalten immer wahrscheinlicher. Es ist also durchaus möglich, dass ein Hund dann plötzlich beißt, obwohl er bis dahin noch nie auffällig wurde“, warnt die Hundepsychologin.

Ein Volksfestbesuch kann für einen Hund aber auch langfristige Folgen haben. „Möglich sind auch jede Menge unerwünschte Folgeerscheinungen wie Fehlverknüpfungen, bisher nicht dagewesenes Angst- und Fluchtverhalten, bis hin zu Traumata“, so Hoffmann. Generell sei kein Hund von Natur aus an das Leben in der Großstadt, beziehungsweise in großen Menschenansammlungen, angepasst.

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