Gäubodenvolksfest 10 Fakten über die Goaßmaß

Mit unseren zehn Fakten sind Sie bestens für den Goaßmaß-Genuss gerüstet. Foto: Susanne Raith

Auf dem Gäubodenvolksfest wird heuer zum zweiten Mal die Goaßmaß ausgeschenkt, weil sich das kultige Biermischgetränk aus den 70er/80er-Jahren seit geraumer Zeit wieder einer größeren Beliebtheit erfreut. Mit unseren zehn Fakten sind Sie bestens für die Abende im Festzelt Lechner und für den Goaßmaß-Mittwoch mit Königinnen-Wahl im Festzelt Reisinger gerüstet.

1. URSPRUNG:

Die Jesuiten in München brauten im 18. Jahrhundert eine leichte Variante des Bockbiers. Das süß schmeckende Getränk nannten sie Gais (Ziege). Das verriet Andrea Schamberger-Hirt gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Sie gehört der Wörterbuchkommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an.

2. NAME:

Auf dem Gäubodenvolksfest heißt das beliebte Biermischgetränk Goaßmaß. Die Schwaben nennen das Getränk Goißmaß, die Oberfranken Gaaßmoß. Den wohl seltsamsten Namen verwenden die Mittelfranken. Dort kennt man sie als Bumber.

3. BELIEBTHEIT:

Das Biermixgetränk erfreute sich schon in den 70er/80er-Jahren großer Beliebtheit. Aufgrund seiner Süffigkeit wurde es gerne bei Dorfstammtischen und in Dorfdiskotheken ausgeschenkt. Eine Renaissance erlebt die Goaßmaß derzeit auf dem Gäubodenvolksfest im Festzelt Reisinger.

4. NIEDERBAYERN: 

In Niederbayern war die Goaßmaß noch Anfang der 2000er-Jahre ein In-Getränk. Die "Goaßmaß-Tempel", an die sich die Mitdreißiger heute noch erinnern, waren zum Beispiel das "Roxy" in Straubing oder das "Penker" in Ascha. Nach eigenen Angaben schenkten die Lokale zeitweise mehr "Goaß" als normales Bier aus.

5. ZUSAMMENSETZUNG:

Was gehört denn nun zuerst in den Maßkrug? Bei der Antwort sind sich viele Bierliebhaber uneinig. Bei manchen kommt als Erstes ein halber Liter dunkles Bier hinein, dann wird mit einem halben Liter Cola aufgefüllt. Zum Schluss folgen circa 4 cl Kirschlikör oder Cognac. Bei anderen folgt zuerst die Cola, dann das Bier und der Kirschlikör.

6. MÄDCHENGETRÄNK:

Während die Goaßmaß in Ostbayern sowohl von Männern als auch von Frauen getrunken wird, gilt sie, je weiter man in den Norden des Freistaates kommt, mehr und mehr als "Mädchengetränk". In der "nördlichen" Lesart bezeichnet die "Geiss" als weibliche Ziege also mehr die Konsumenten als die verwendete Biersorte.

7. VARIANTEN:

Bei der Mischung scheiden sich die Biergeister. Wer es gerne süß hat, trinkt die Goaßmaß mit Kirschlikör. Für Zungen, die es scharf und herb mögen, gibt es das Biermischgetränk mit Weinbrand oder Whiskey. Manche geben Kirschlikör und Weinbrand zum Bier-Cola-Mix hinzu. Besonders Harte trinken die Goaß mit rohem Ei oder Eierlikör. Der Mix nennt sich Gaggerle. Auch beim Bier gibt es Unterschiede. Normal kommt ein dunkles Bier oder dunkles Weißbier hinein. Für einen würzigen Geschmack wählt man ein Export Dunkel. Wer den besonders süßen Geschmack auf dem Gaumen spüren möchte, muss ein helles Bier verwenden.

8. ALKOHOLGEHALT:

Eine Goaßmaß hat 3,1 Prozent Alkohol, ein Festbier hat fast 6 Prozent, informiert Festwirt Hubert Reisinger.

9. KALORIEN:

Eine Goaßmaß schlägt auf dem Kalorienkonto mit etwa 526 Kalorien zu Buche (500 ml Bier entsprechen 210 Kalorien, 500 ml Cola 185 Kalorien und 4 cl Kirschlikör 131 Kalorien). Das ist deutlich mehr als bei einer normalen Maß mit 470 Kalorien oder einer Radlermaß mit 350 Kalorien. Im Vergleich mit kulinarischen Köstlichkeiten: Eine Portion Brathendl hat 700 Kalorien, ein Schweinebraten hat 570 Kalorien und ein Steckerlfisch 400 Kalorien.

10. TRINKSPIEL:

„Der Vorletzte zahlt“ ist das bekannteste Trinkspiel, wenn es um das Thema Goaßmaß geht. Die Maß wird in einer Runde von Nachbar zu Nachbar gereicht. Die nächste Maß muss derjenige bezahlen, der vor demjenigen sitzt, der sie austrinkt. Bei der verschärften Variante des Spiels darf der Krug niemals abgestellt werden. In Niederbayern heißt das Ganze dann "Fliegermaß". Wer für eine vorzeitige Landung sorgt, zahlt.

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