Furth im Wald Ein Further als Hamlet: Wie es Christian Erdt in seiner größten Rolle geht

Ausdrucksstark und facettenreich: Christian Erdt auf der Bühne in seiner Paraderolle Hamlet. Foto: Forster

Mit einer spektakulären Hamlet-Aufführung macht momentan das Staatstheater Wiesbaden von sich reden. In der Hauptrolle: Ein Further.

Der alte König von Dänemark ist tot. Die Todesumstände sind vage. Zur Trauerfeier erscheint Hamlet und gerät in einen tiefen inneren Konflikt. Der Geist des Vaters bezichtigt seinen Nachfolger des Mordes und fordert Rache. Im Netz von Spitzeln scheint überall Gefahr zu lauern für Hamlet – einen Further. Denn in dieser Glanzrolle eines jeden Theaterspielers ist derzeit Christian Erdt zu sehen. Geboren und aufgewachsen in der Grenzstadt geht seine Karriere seit einigen Jahren steil bergauf.

Bis zum 23. Juni kommenden Jahres wird er am Staatstheater Wiesbaden in dieser Rolle zu sehen sein. Die Chamer Zeitung besuchte eine der spektakulären Aufführungen und traf sich auch mit dem Schauspieler, der im Herzen noch immer ein Further ist.

Zur Erinnerung: Seine ersten schauspielerischen Erfahrungen sammelte er unter Max Schmatz auf der Waldbühne. Beim Drachenstich war er im alten Stück „Baumjunge“, im neuen glänzte er unter Regisseur Alexander Etzel-Ragusa als Erster in der Rolle des Sekretarius. Seinen Weg ebneten jedoch vor seinem Studium die Erfahrungen, die er vier Jahre lang mit dem Jungen Landestheater Bayern machen durfte. Verschiedene schauspielerische Stationen führten Erdt unter anderem über Wien und Frankfurt nach Wiesbaden. Auch in TV-Produktionen war er bereits zu sehen.

Erdt gestand beim Abendessen, dass die Rolle ihm alles abverlange. Drei Kostüme, von denen eines dem anderen gleiche, stehen ihm zur Verfügung. Und das sei auch notwendig, wird Erdt doch als Hamlet immer durchnässt. „Daher ist auch kein Schminken notwendig“, meint er lächelnd. Auch körperlich sei jede Aufführung enorm fordernd. Christian ist dauernd in Bewegung und springt von einer Bühnenseite zur nächsten. Er streitet sich verbal und körperlich, muss fechten. Letzteres hat er bei seiner Ausbildung in Wien gelernt. Um dies aber noch realistischer auf der Bühne zum Ausdruck zu bringen, kam sein damaliger Fechtlehrer extra für dieses Stück ans Wiesbadener Theater und übte mit ihm während der Mittagspausen.

Bei solch rasanten Bewegungen auf der Bühne bleiben natürlich Verletzungen nicht aus. „Bei einem Sprung von der Kulisse, die an ein altes Werksgelände erinnert, kam ich falsch auf und brach mir das Fersenbein“, erzählt Christian Erdt. Aber das hielt ihn nicht davon ab, weiter zu proben und am 6. September wie geplant Premiere zu feiern.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Wochenendausgabe der Chamer Zeitung.

 
 

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