Für Klimaschutz und die Umwelt Baumbesetzer in Passau: Das fordern die Aktivisten

Passauer Klimaaktivisten haben erneut Bäume besetzt. Foto: Andreas Reichelt

Am Mittwoch haben Passauer Aktivisten erneut Bäume im Stadtgebiet besetzt. Mit ihrer Aktion möchten sie auf die Notwendigkeit ehrgeizigerer Klimaziele vor Ort aufmerksam machen – und bekommen Unterstützung von der Politik.

Bereits am Montag hatten die Klimaaktivisten einen Baum am Karolinenplatz bestiegen. Die Protestaktion wurde schließlich von der Polizei aufgelöst.

Am Mittwoch haben sie erneut versucht, den gleichen Baum zu erklimmen, wurden aber von der Polizei aufgehalten. Kurzerhand nahmen sie sich zwei andere Ziele ins Visier: An der Ortsspitze an einem Spielplatz konnten sie zwei Bäume hochklettern und ihre Plakate aufhängen. Mehrere Sympathisanten haben sich auch am Bodern versammelt.

Bei strömendem Regen verliehen sie ihren Forderungen Nachdruck. Die Polizei zog es derweil vor, in ihren Einsatzfahrzeugen trocken zu bleiben.

Im Video: Das fordern die Aktivisten

Klare Ziele vor Augen

"Wir fordern sofortigen Klimaschutz auch in der Stadt Passau", erklärt eine Aktivistin im Interview. "Wir müssen bis 2025 als Stadt Passau versuchen, CO2-neutral zu sein." Eine Mobilitätswende müsse her, so die junge Frau. "Es werden Sachen gemacht, die absolut gegen eine Mobilitäswende sprechen", argumentiert die Aktivistin weiter. Als Beispiel nennt sie das jahrelange Streitthema "Nordtangente". Man wolle ihrer Meinung nach mit Straßenbau in ein Gebiet eindringen, in dem viele Tierarten geschützt werden sollten.

Die Stadt Passau sei sogar gegen dieses Bauprojekt, jedoch sei man nicht bereit, sich auf Bundesebene dagegen einzusetzen. Auch die Verkehrslage in Passaus Innenstadt macht den Aktivisten Sorgen. Dazu bedürfen die schlechten Fahrradwege des Ausbaus, so die junge Frau.

Lesen Sie zur Situation der Fahrradwege in Passau auch den Artikel "Passau: Keine Stadt für Radfahrer".

Vonseiten der Stadt wurden die Demonstranten aufgefordert, die Bäume bis 15.30 Uhr zu räumen. Sie seien "nach fachlicher Prüfung beide nicht für eine langfristige Nutzung geeignet", so die Stadt. Einer der Bäume sei zudem eine Pappel, die als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Den Demonstranten wurden sogar "Alternativbäume" für ihre Versammlung angeboten - bislang gingen sie jedoch auf dieses Angebot nicht ein. Ab 16.30 Uhr will die Stadt die Bäume falls erforderlich räumen lassen. Rechtlich sei die Aktion als Versammlung zu werten, für die es keine erforderliche Anzeige beim städtischen Ordnungsamt gebe. 

Sympathie seitens der Politik

Noch am Vormittag gab Toni Schuberl, Landtagsabgeordneter der Grünen, zu der Aktion ein Statement ab: "Solange sich der Klimawandel nicht durch die Polizei verbieten lässt, wird sich auch der Klimaprotest nicht verbieten lassen. Ich freue mich, dass sich die jungen Aktivist*innen von Fridays for Future in Passau nicht durch die überzogene Polizeiaktion gestern haben entmutigen lassen. Demokratie lebt vom Engagement der Bürger*innen." 

Dieses Lob ergänzte er durch eine klare Forderung. "Es ist nun an der Zeit, dass der Passauer Landrat Raimund Kneidinger und der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper konstruktive Gespräche mit der Klimabewegung aufnehmen, um endlich die Weichen für die Zukunft zu stellen. Der Landkreis Passau muss endlich seine Unterstützung für die Nordtangente und gleichzeitig die Sabotage der Ilztalbahn aufgeben", so Toni Schuberl weiter.

Die Aktivisten sehen eine Pflicht, die ganz Deutschland betrifft. "Weil wir in Deutschland eine ganz bestimmte Verantwortung haben, auf globaler Ebene, der wir nicht entgehen können. Und je eher wir damit anfangen, desto besser geht das alles für uns alle aus", so die junge Klimaschützerin weiter.

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