Fünf Fragen… Thomas Zink zur Lage im DEZ in Regensburg

„Wir waren bei etwa 40 Prozent der Kunden, die normalerweise an so einem Tag zu uns kommen“, sagt Center-Manager Thomas Zink über den Neustart im Donaueinkaufszentrum. Foto: Collage DEZ/idowa

Mit dem Fall der 800-Quadratmeter-Regel für Ladengeschäfte könnte es für Shopping Center in Ostbayern wieder ein Stück Richtung Normalität gehen.

Was bleibt, sind Abstandsregelungen, Kunden-Obergrenzen und OP-Atmosphäre durch die überall präsenten Masken – und es fehlt die Gastronomie. Ein Shopping-Neustart quasi mit angezogener Handbremse. Über die derzeitige Lage im Donaueinkaufszentrum (DEZ) in Regensburg haben wir mit Center-Manager Thomas Zink gesprochen.

Wie haben sich die Kundenströme über den ersten Tag nach dem Lockdown entwickelt?

Thomas Zink: Es war am Montag mehr los als in den Wochen vorher, aber natürlich kein Vergleich zu einem normalen Tag. Die Reaktionen der Händler waren durchwachsen. Manche waren sehr zufrieden und sprachen von einem guten Geschäft. Es waren natürlich viele Bedarfskäufer dabei, die bestimmte Dinge lang nicht besorgen konnten. Die kommen nicht jeden Tag wieder. Das regnerische Wetter hat uns am Montag auch noch in die Karten gespielt. Jetzt muss man die kommenden Tage und Wochen abwarten, wie sich das Ganze entwickelt. Mit Maske einkaufen ist natürlich kein so großer Spaß. Wenn ich spüre, dass ich mich nicht so frei bewegen kann, wenn die Gastronomie fehlt – das sind alles Dinge, die normalerweise zum Einkaufsbummel dazugehören. Das Gleiche berichten ja auch Händler aus den Fußgängerzonen. Solang die Gastronomie nicht da ist, ist das natürlich ein eingeschränktes Einkaufsvergnügen.

Auf dem Boden im DEZ sind neuerdings Pfeile aufgeklebt. Was haben die zu bedeuten?

Zink: Das ist so eine Art Einbahnstraßenregelung für die Laufwege, damit Kunden besser voneinander Abstand halten können. Viele halten sich daran, auch wenn es immer mal wieder „Abweichler“ gibt. Die Ladenstraßen sind aber breit genug und die Kundenfrequenz derzeit auch nicht so hoch, als dass man nicht ausweichen könnte. Wir waren am Montag bei etwa 40 Prozent der Kunden, die normalerweise an so einem Tag zu uns kommen.

Die Geschäftsbetreiber müssen im Augenblick auch einiges umsetzen. Wie sind die Rückmeldungen hier?

Zink: Viele große Geschäfte machen das, indem sie Körbchen verteilen am Eingang verteilen man sie nur mit Einkaufswagen betreten darf. Bei anderen muss man einen Chip mitnehmen, den man am Ausgang wieder abgibt. Das sind im Wesentlichen die Strategien, um die maximale Personenzahl in einem Geschäft im Griff zu haben. Bei den kleinen Geschäften ist es einfacher, da reicht es normalerweise, die maximale Kundenanzahl am Eingang auf ein Schild zu schreiben. Diesbezüglich gab es bisher keine negativen Rückmeldungen. Die Kunden halten sich daran, die Geschäfte halten sich daran.

Der Sicherheitsdienst zeigt im DEZ allerdings Präsenz. Wie oft musste der eingreifen?

Zink: Der Sicherheitsdienst muss schon ab und zu Leute darauf hinweisen, dass die Maske verrutscht ist, dass sie sie auch über die Nase ziehen sollten. Notorische Maskenverweigerer hatten wir aber bis jetzt nicht. Wer keine Maske dabei hat, bekommt von uns auch eine. Wobei es mir auch manchmal passiert, dass ich es vergesse. (lacht) Wenn man in Gedanken aus dem Büro in die Ladenstraße geht, dann vergisst man das schon mal. Das fällt einem dann erst auf, wenn man alle anderen Leute mit Maske sieht.

Wie sieht die wirtschaftliche Situation der Läden nach dem Lockdown?

Zink: Auch für die Händler bei uns sind die Kosten im Hintergrund weitergelaufen. Ohne Umsätze kann das kritisch werden. Mir ist aber derzeit noch kein Fall bekannt, in dem der Händler konkrete Schwierigkeiten hätte. Bei den Filialisten läuft vieles über die Konzernzentralen. Da wäre es schon durch die Presse gegangen, wenn die Schwierigkeiten haben. Unsere inhabergeführten Geschäfte sind gut aufgestellt. Bisher ist noch kein Händler mit Problemen an uns herangetreten. Wenn das der Fall sein sollte, unterstützen wir natürlich. Da können wir schon von der Vermieterseite her unterstützen. Wir sind im permanenten Austausch mit den Händlern und wollen unser Center in der jetzigen Zusammensetzung auch durch die Krise bringen.

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