Freischreiben Winter – Mit einem Gedicht verabschiedet Johanna Graßl die kalte Jahreszeit

Johanna Graßl verabschiedet sich mit ihrem Gedicht „Winter“ von der kalten Jahreszeit. Jetzt ist Zeit für den Frühling! Foto: privat

Dunkel einander ähnelnde abwechslungslose Wintertage lassen Dich das Besondere Deiner Existenz fernab vergessen

Entzerren Deine Gedanken in Anpassung an die sich gleichenden farblosen Töne von düsterem Schwarzgrau

Zwingen sie ausweglos zu entgleiten in die Abgründe des Nicht-Raums zwischen Sein und Verlöschen

Lärmend verhallend lichtloser Fall durch fahl schimmernden Nebel schärft schweigend Deine Sinne

Wirst Du emfindsam resignierend in die Bahnen schleichend schwelenden Chaos geschleudert

Sensibilisiert für die kleinste Absturzbewegung irgendwo im Universum in Verbundenheit

Engste nahezu erdrückende Empathie zu jedem leidvollen Geschehen auf Erden

Allem längst unerreichbar einsam entfremdet an Deinem eigenen Ende

Gräbst Du wie gelähmt tiefer durch lange verdrängte Tränenschleier

Auf der weitschweifenden in sich kreisenden Suche nach Sinn

Im Stillstand der irdischen Zeit zum wundersamen Umbruch zwischen Verstandesgedanken und Geist

Unverhofft die Begegnung mit Deinem eigenen unergründlichen Boden

An dem der fast verlorene Hoffnungsfunke noch unberührt glimmt, auf den Dein Leben einst baute

Vergleichbar mit dem Augenblick

Wenn Wolkenwände für eine Sekunde aufreißen

Um das Glitzern eines Sonnestrahls erahnen zu lassen

Sodass Dein Schatten in den Schnee fällt, beweisend: Du bist

Wieder gleichsam in Grau wird doch alles anders sein für Dich

Weil der Himmel in seinen lichtvollen Weiten sich manchmal öffnet

Vertraust Du sanfter werdend auf den untersten Grund Deines und allen Seins

Wo in unendlichen Tiefen unerklärlich erspürbar eine Sehnsucht existiert, die trägt

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