Freischreiben Stefanie Schambeck gibt Buch-Tipps für den Sommer

Beim Urlaub in der Heimat haben wir viel Zeit zu lesen. Stefanie Schambeck hat da ein paar Tipps. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Ab an den See oder in den Garten! In diesem Jahr steht vielen ein Urlaub in der Heimat bevor. Warum also nicht mit einem guten Buch entspannen? Stefanie Schambeck (25) aus Stallwang im Landkreis Straubing-Bogen gibt Lesetipps für den Sommer.

Zur Schachfigur verflucht

Darum geht’s: Das Abenteuer für Alice beginnt, als sie nach einer Party plötzlich überall von Spinnen verfolgt wird. Diese kann aber nur sie sehen. Und auch mit dem gutaussehenden Fremden, der plötzlich auftaucht, kann nur sie sprechen. Diese Ereignisse wirken sich stark auf ihre Noten aus. Deshalb muss sie an einem Sommerkurs im Internat Chesterfield teilnehmen. Bald stellt sie allerdings fest, dass Chesterfield und St. Burrington keine normalen Schulen sind. Seit vielen Jahren müssen 16 Schüler einer jeden Seite gegeneinander antreten, da ein Fluch auf ihnen lastet. Sie sind Schachfiguren, die Gelände der Schulen ihre Spielbretter und nur eine Seite kann überleben.

Fazit: Die Geschichte von Stella Tack hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich das Buch nur schwer weglegen konnte und regelrecht weiterlesen musste. Das lag auch daran, dass die Handlung oft richtig schön irreführend ist. Der zweite Band zu „Night of Crowns“ erscheint im November.

 

Wettrennen mit der Zeit

Darum geht’s: Tim ist mit Leib und Seele Runner und liebt das Abenteuer. Runner sind Menschen, die im Grenzbereich zwischen Gesetz und Kriminalität nach bestimmten Schätzen, auch „Claims“ genannt, suchen und diese in einem bestimmten Zeitfenster finden müssen. Dabei filmen sie sich und laden das Video auf der Webseite des Spiels hoch, um dadurch viele Klickzahlen zu erreichen. Als Tim von „GlobalGames“ die Einladung zu einem Wettbewerb erhält, zögert er nicht lange. Es gilt, sieben Claims an verschiedenen Orten in Deutschland zu finden, schwierige Rätsel zu lösen und schnell zu sein, um vor den anderen den Geheimort zu erreichen. Ihm schließen sich bald noch andere Runner an und gemeinsam versuchen sie, als Erste ans Ziel zu kommen.

Fazit: Am besten hat mir an „World Runner – Die Jäger“ die interessante Mischung aus Historischem und Rätseln gefallen. Die Handlung ist authentisch und spannend und ich wollte immer wissen, wie es weitergeht. Ein zweiter Teil erscheint im Oktober.

 

Wenn das Schicksal ruft

Darum geht’s: Seit dem Tod ihres Vaters hält Laelia sich und ihren kleinen Bruder als Taschendiebin über Wasser. Dadurch wird allerdings Nero, der Chef der kriminellen Unterwelt, auf sie aufmerksam und schickt seinen Handlanger Hadrian zu ihr, um ihr eine Lektion zu erteilen. Doch Hadrian verfolgt andere Pläne, schließt sich mit Laelia zusammen und flieht mit ihr aus ihrer beider Heimat. Bald kreuzen sich ihre Wege mit dem von Divan, einem Seher. Er berichtet ihnen von einer Mission, bei der beide einen wichtigen Teil übernehmen sollen. Es gilt, drei weitere junge Begabte zu finden, um ihr Schicksal zu erfüllen: die Toten zurück ins Leben zu holen. Aber können sie einander wirklich vertrauen?

Fazit: Die Autorin Selin Visne ist gerade einmal 18 Jahre alt, doch sie hat hier einen wirklich tollen Fantasy-Roman geschrieben. Ihr Schreibstil ist flüssig und schön zu lesen. Die Charaktere aus „Die Überlieferung der Welt“ sind dabei gut durchdacht und es gibt viele Spannungsbögen in der Geschichte.

 

Eine wichtige Magierprüfung

Darum geht’s: Kellen ist 15 Jahre alt, frech und ziemlich waghalsig. Bald soll er seine Magierprüfung ablegen und dem Volk der Jan‘Tep angehören, die in der Lage sind, Magie auszuüben. Auch er, als Sohn eines großen Magiers, ist eigentlich zu Großem bestimmt. Wäre da nicht die Tatsache, dass seine Magie mehr und mehr zu schwinden scheint. Fällt er durch, würde er zum Diener absteigen und das kann er sich nicht erlauben. Mithilfe einer Unbekannten will Kellen herausfinden, was mit seinen Kräften los ist. Dabei stößt er jedoch auf eine große Lüge, die ihn alles in Frage stellen lässt, woran er je geglaubt hat ...

Fazit: Kellen mag schwach sein, doch darin liegt seine Stärke. Er ist mutig und gibt nicht auf, hinterfragt Dinge. Diese Eigenschaften lassen ihn gleich als Romanfigur sympathisch wirken, sodass man mit ihm fühlt. Die Geschichte ist spannend und bietet einen tollen Schauplatz. Ein gelungener Reihenauftakt, der im Oktober mit einem zweiten Band fortgeführt wird.

 

Kann Liebe Trauer besiegen?

Darum geht’s: Skys Vater ist gestorben und sie kann diesen Schicksalsschlag einfach nicht verarbeiten. Als auch noch ihre Mutter zusammen mit ihr zu ihrem neuen Freund Roger nach Texas zieht, fühlt sich Sky verlassener denn je. Sie versteht nicht, warum ihr ihre Mutter das antut und ihren Vater so „betrügen“ kann. Und auch Jeff, Rogers Neffe, bringt sie dauernd auf die Palme mit seiner guten Laune. Auf keinen Fall will sie an der neuen Schule Anschluss finden, schließlich will sie doch, so schnell es geht, wieder nach Boston zurückkehren. Und dann haben Jeff, ihre Mutter und Roger auch noch Geheimnisse vor ihr, die nach und nach ans Licht kommen, sodass Sky alles hinterfragen muss.

Fazit: Sky stößt alles und jeden von sich und lebt aufgrund ihrer Trauer in einer „Blase“, weshalb sie völlig vergisst, auf ihre Mitmenschen zu achten. Am Ende hat die Geschichte eine tolle Moral: Man darf die Personen um einen herum nie vergessen. Und man muss auch mal hinterfragen, warum sie etwas tun, womit man selbst nicht zufrieden ist. Denn Menschen, die uns lieben, wollen uns eigentlich nicht verletzen.

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