Freischreiben Marie Klostermeier über ein Leben ohne Social Media

Marie Klostermeier verzichet auf Social Media. Foto: Yui Mok/PA Wire/dp

Facebook, Instagram und Snapchat? Nein, danke! Marie Klostermeier (16) aus Parkstetten im Landkreis Straubing-Bogen nutzt keine sozialen Medien. Drei Gründe, warum sie sich dagegen entschieden hat.

Grund 1: Wieder mehr Persönlichkeit

Viele nutzen Snapchat und Instagram, um mit ihren Freunden in Kontakt zu bleiben. Doch man könnte im realen Leben all diese Leute wohl kaum als Freunde bezeichnen. Jedem sei seine Followerzahl vergönnt, aber kommt es hier nicht auf Qualität statt Quantität an? Über die perfekten Instagram-Bilder und inhaltslosen Snaps erfährt man herzlich wenig über sein Gegenüber. Da lobe ich mir doch das gute alte Gespräch unter vier Augen oder die im Vergleich sogar noch persönliche WhatsApp-Nachricht.

Grund 2:  Privates bleibt privat

Es heißt: Das Internet vergisst nie. Jeder hat den Spruch schon einmal gehört und jeder wurde bereits davor gewarnt. Doch jedem ist es egal. Im digitalen Zeitalter ist niemand mehr unsichtbar im Netz, das muss auch gar nicht sein. Ein schönes Selfie mit der besten Freundin oder ein Gruppenfoto vor Sehenswürdigkeiten ist völlig okay und schadet nicht. Aber jeder sollte sich darüber im Klaren sein, was mit den geteilten Inhalten passiert.

Instagram darf laut seinen Nutzungsbedingungen Inhalte der Nutzer zum Beispiel „verbreiten, modifizieren, kopieren und öffentlich vorführen”. Deshalb sollte jeder lieber zweimal darüber nachdenken, ob dieses Bild auch zum Beispiel der zukünftige Chef sehen sollte oder ob man damit vielleicht auf einem Plakat irgendwo im Ausland landen möchte, weil Instagram es für Werbezwecke verkauft.

Grund 3: Zeit und Interessen nutzen

Wenn ältere Generationen, die nicht mit Social Media aufgewachsen sind, mit Jugendlichen reden, bekommen die Jungen oft zu hören, dass sie doch ihre Zeit sinnvoller nutzen und nicht den lieben langen Tag vor dem Handy versauern sollten. Und da stimme ich ihnen zu, zumindest teilweise.

Damit meine ich als Nicht-Nutzer nicht, dass ich den ganzen Tag nur Bücher lese, im Wald spazieren gehe und das Internet verteufle. Aber ein bewusster Konsum wird in der heutigen Zeit immer wichtiger. Ich bekomme es nicht über Snapchat mit, wann Bekannte Geburtstag haben. Bei Freunden weiß ich es auswendig. Ich habe erst nach einem Jahr durch Zufall erfahren, dass alle Kardashians Kinder bekommen haben – und ich bin froh darüber, es nicht früher gewusst zu haben.

Nimmt man erst einmal Abstand von all dem, erkennt man, wie gleichgültig solche Informationen sind. Es passiert so viel in der Welt, dass man nicht über alles informiert bleiben kann. Und um das vergeblich zu versuchen, ist mir meine Zeit zu schade. Es ist wichtiger, Prioritäten zu setzen und dann über geeignete Portale informiert zu bleiben. Für meine Interessen ist Social Media größtenteils sowieso nicht geeignet. Außerdem entgeht man so auch Fake News.

Fazit: Abschalten tut auch mal gut!

Meine Generation hat großes Glück, mit digitalen Medien aufwachsen zu dürfen. Immer und überall können wir auf ein breites Spektrum des menschlichen Wissens im Internet zugreifen. Wir sind ständig erreichbar. Aber das alles hat auch seine Schattenseiten. Wie groß diese für einen persönlich sind, muss jeder selbst entscheiden. Ich bin aber sicher: Uns allen tut es auch mal gut, ab und zu abzuschalten.

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