Freischreiben Jennifer Gigl über Nelson Mandela und seinen Kampf gegen Unterdrückung

Der ehemalige südafrikanische Präsident und Nobelpreisträger Nelson Mandela. Foto: Jon Hrusa/dpa

Nelson Mandela war der erste schwarze Staatspräsident Südafrikas (1944-1999), der durch demokratische Wahlen gewählt wurde. Neben Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Malcolm X war er Vertreter gegen die weltweite Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung. Jennifer Gigl (27) stellt den ehemaligen südafrikanischen Präsident vor.

Der Übergang vom rassistischen Apartheid-Regime zum demokratischen Staat wäre in Südafrika ohne Nelson Mandela nicht möglich gewesen. Aber wer war dieser Mann, der bis heute als Symbolfigur für Freiheit und Gleichheit aller Bürger steht?

Nelson Mandela wurde am 18. Juli 1918 als Sohn des Unterhäuptlings des Tembu-Stammes Henry Mandela geboren. Mandela verlor jedoch bereits im Alter von neun Jahren seinen Vater und musste später aufgrund familiärer Schwierigkeiten nach Johannesburg umsiedeln. Zunächst als Aufseher in einer Goldmine beschäftigt, fand der kluge Nelson Mandela später eine Anstellung in einem Anwaltsbüro, während er in Fernkursen seinen College-Abschluss nachholte, um Jura studieren zu können.

1944 stieg Nelson Mandela aktiv in die Politik ein und schloss sich dem African National Congress (ANC) an, dessen Ziel es war, die Demokratie in Südafrika einzuführen, sodass alle Bürger gleichberechtigt zusammenleben konnten. Nelson Mandela war Mitbegründer der Jugendliga des ANC, die er 1951/52 anführte. Nachdem die Apartheid, die sogenannte Rassentrennung in Südafrika, 1948 eingeführt wurde, führte der ANC Massenproteste durch.

Gegen Ausbeutung

Der ANC agierte gewaltfrei, setzte sich jedoch durch zivilen Ungehorsam über die Gesetze der Rassentrennung hinweg, was Nelson Mandela eine Bewährungsstrafe von neun Monaten einbrachte. In der Zwischenzeit schloss Mandela sein Jurastudium ab und gründete mit einem Freund eine Kanzlei in Johannisburg. Zudem wurde er stellvertretender Präsident des ANC. Mandela kämpfte weiter akribisch gegen die Apartheid, so wandte er sich unter anderem gegen die Bantu-Erziehung, die Ausbeutung von Arbeit und die Passgesetze. Zahlreiche Verhaftungen waren die Antwort der Regierung auf diesen Kampf gegen die von ihnen eingeführte Apartheid. 1958 heiratete Nelson Mandela die Bürgerrechtlerin Winni Nomzamo Madikizela. Es war bereits seine zweite Ehe.

Nur zwei Jahre danach wurde der ANC nach dem Sharpeville-Massaker verboten. Mandela musste ab da im Untergrund leben und agieren. Für den Kampf gegen die Unterdrückung unternahm er sogar eine verbotene Reise ins Ausland, wobei er bei seiner Rückkehr verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Im Jahr 1964 wurde der Bürgerrechtler sogar wegen Terror, Umsturzversuches und kommunistischer Aktivitäten zu lebenslanger Haft verurteilt, aus der er erst im Jahr 1990 wieder entlassen wurde.

Demokratische Wahlen

Der ANC war mittlerweile wieder zugelassen und Nelson Mandela wurde zunächst zum Vizepräsidenten, später sogar zum Präsidenten gewählt. Die wichtigsten Apartheidgesetze wurden endlich abgeschafft und das bis dahin Unmögliche trat ein: 1994 kam es zu demokratischen Wahlen und Nelson Mandela wurde der erste schwarze Staatspräsident Südafrikas.

Der Wandel von einem menschenverachtenden Apartheidsregime hin zu einem demokratischen Rechtsstaat ist neben Nelson Mandela vor allem dem Weißen Frederik de Klerk zu verdanken, der seit seinem Amtsantritt 1989 als Staatspräsident auf eine nationale Aussöhnung hinarbeitete. Beide Männer erhielten deshalb 1993 den Friedensnobelpreis als Lohn für ihre unerschütterlichen Bemühungen. Als Mandela schon früh deutlich machte, dass er 1999 nicht für eine Wiederwahl bereitstehen würde, zeigte sich spätestens dann, wohin ihn sein Weg führen würde, nämlich zurück zu seinen Wurzeln. Nelson Mandela ließ sich zum obersten Häuptling des Tembu-Klans im Ostkap ernennen.

Im Jahr 2013 starb Nelson Mandela nach monatelanger Pflege im hohen Alter von 95 Jahren an einer Lungenentzündung. In Erinnerung bleibt er uns als eine Symbolfigur, die ihr Leben stets in den Dienst des Kampfes für Freiheit und Gleichheit gestellt hatte.

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