Der freie Redner bei Beerdigungen Ralf Schäfer gestaltet persönliche, würdevolle Gedenkfeiern weit über die Grenzen Niederbayerns hinaus. Doch was sagt er den Hinterbliebenen und was wollen diese hören? Die Heimatzeitung sprach mit dem 41-Jährigen über Tod, Trauer und Trost.

Vergänglichkeit, Tod und Sterben sind oft Tabuthemen in unserer Gesellschaft. Sie werden oft ausgeblendet, bis man vom Verlust eines Angehörigen eingeholt wird. Wie fangen Sie die Hinterbliebenen im ersten Moment auf?

Ralf Schäfer: Trauer ist ein mächtiges Gefühl. In Momenten des Verlusts gerät der Boden unter den Füßen häufig ins Wanken - die Welt scheint still zu stehen. Wichtig ist, zu wissen: Jeder trauert anders. Trauer ist so vielfältig und individuell wie jeder Mensch. Deshalb gilt es, dem Verlust und dem dazugehörigen Gefühl, die Erlaubnis zu geben, da zu sein - in welcher Form auch immer. Vielleicht gilt es, Worte zu finden und auszusprechen, wo jemand selbst keine eigenen Worte mehr hat? Oder es gilt, gemeinsame Erinnerungen aufleben zu lassen, die wieder aufrichten und positiv stimmen.

Wer wünscht sich eine freie Gedenkfeier?