Fragen und Antworten Warum ist Hefe momentan so knapp?

Quadratisch, praktisch, gut: Hefe ist momentan heiß begehrt. Foto: imago images/Westend61

Nicht nur Schutzmasken, Desinfektionsmittel und Klopapier sind momentan selten und begehrt - auch bei Hefe stehen Käufer dieser Tage allzu oft vor leeren Regalen. Doch woher kommt die Knappheit? Und ist die Hefe-Produktion wegen der Coronakrise gefährdet? Der Deutsche Verband der Hefeindustrie gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Ist die Nachfrage nach Hefe tatsächlich so stark gestiegen? Oder warum sind die Regale häufig leer?

Ja, die Nachfrage nach Hefe ist seit Beginn der Corona-Pandemie tatsächlich stark angestiegen. "Das Kaufinteresse war selten so groß und Verbraucher stehen zurzeit häufig vor leeren Supermarktregalen", so der Verband. Genau beziffert werden kann die gestiegene Nachfrage bislang aber noch nicht.

Woher kommt das Interesse an Hefe?

„Brot ist nach wie vor das Grundnahrungsmittel Nummer Eins“, so Dr. Markus Weck, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Hefeindustrie. „Verbraucher nehmen die aktuelle Situation zum Anlass, um wieder vermehrt selbst zu kochen und zu backen.“ Daher steigt auch der Bedarf nach Hefe an. Gleichzeitig kommt es wegen Corona vermehrt zu Hamsterkäufen. Teilweise wird Würfelhefe von Einzelpersonen gleich kartonweise gekauft. "Wenn so wenig umsichtig konsumiert wird, ist es klar, dass Hefe als Mangelware erscheint."

Ist die gestiegene Hefe-Nachfrage nur ein bayerisches Phänomen?

Nein. Laut dem Verband der Hefeindustrie sind die Verkauszahlen in ganz Deutschland angestiegen - regionale Unterschiede sind dabei nicht erkennbar.

Kann die Hefeproduktion nicht einfach gesteigert werden?

Tatsächlich haben die Hefehersteller in Deutschland die Produktion von Würfelhefe bereits erhöht. Weder die Rohstoffverfügbarkeit noch die Fermentationsleistung stellt laut dem Verband ein Problem dar. Allerdings sind auch die Hefehersteller mit personellen Schwierigkeiten konfrontiert und müssen strengere Sicherheitsanforderungen erfüllen. Das kann bei der Produktion und Logistik zu Verzögerungen führen. Grund zur Sorge bestehe aber nicht: "Die Hefeproduktion ist auch während der Coronakrise gesichert."

Gibt es für Verbraucher noch andere Wege als den Einzelhandel, um an Hefe zu kommen?

Früher haben viele Konsumenten ihre Hefe direkt beim Bäcker gekauft. Da die Lieferkette für gewerbliche Verbraucher (und dazu zählen auch Bäckereien) weiter störungsfrei verläuft, wäre das eine mögliche Alternative. Bäcker werden laut dem Verband in der Regel mit 500-Gramm-Blöcken beliefert. Davon könnten sie kleine Würfel für Kunden abschneiden. Der Verband geht allerdings davon aus, dass sich die Versorgungslage auch im Einzelhandel in absehbarer Zeit wieder entspannt. "Hamstern" sei definitiv nicht notwendig.

Wird sich der Hefepreis wegen der gestiegenen Nachfrage erhöhen?

Dafür gibt es bislang keine Anzeichen. Zwar setzt schlussendlich der Lebensmittelhandel die Hefepreise fest, hier sind aber bis dato keine Preissteigerungen bekannt.

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