Forstwirtschaft Staatsforsten: Neuer und Wirt Rabl für Forsthaus Valepp

Das historische Forsthaus Valepp in Schliersee. Foto: Bayerische Staatsforsten/Fotoarchiv/dpa

Seit langem wird über die Zukunft des 180 Jahre alten Forsthauses Valepp hinter dem Tegernsee debattiert. Wer soll das seit acht Jahren leerstehende Gebäude wieder nutzen und mit welchem Konzept? Nun gibt es eine Vorentscheidung - mit einem prominentem Namen.

Der Nationaltorhüter Manuel Neuer und der Tegernseer Gastronom Johannes Rabl sollen nach dem Wunsch der Bayerischen Staatsforsten das historische Forsthaus Valepp als Gaststätte wiederbeleben. "Das Konzept von Rabl und Neuer hat die Bayerischen Staatsforsten überzeugt. Wir würden gerne damit die weiteren Schritte gehen", sagte Jörg Meyer, Leiter des Forstbetriebs Schliersee, am Montag. Die Entscheidung über die Vergabe des Objekts im Landkreis Miesbach über Erbbaurecht liege aber letztlich beim Haushaltsausschuss des bayerischen Landtags.

Auf eine Ausschreibung hin hatten sich zahlreiche Bewerber gemeldet. Das Konzept von Rabl und Neuer habe sich dabei durchgesetzt, sagte Meyer. Es sei naturverträglich und enthalte ein "feinfühliges Verkehrskonzept", das den Individualverkehr weiter reduziere. Der "Münchner Merkur" hat über die Vorentscheidung berichtet.

Im auf mehrere Jahrzehnte ausgelegten Erbbaurechtsvertrag sollen strenge Kriterien für den Betrieb festgeschrieben geben. "Zielpublikum ist eindeutig der Bereich Wanderer, Radfahrer, Naturliebhaber - und keinesfalls etwas in Richtung Luxusgastronomie oder Partyszene", sagte Meyer. Heimat- und Naturschutzverbände hatten die geplante Vergabe über Erbbaurecht kritisiert und spekuliert, in dem Gebiet könnte eine Luxusgastronomie entstehen.

Es solle eine bodenständige Küche mit regionalen Produkten für jeden Geldbeutel geben, sagte Meyer. Das Konzept sehe begrenzte Übernachtungsmöglichkeiten "in bescheidenen Zimmer zu einem moderaten Preis" vor. Der Hotelier und Wirt Rabl sprach von 28 Betten - deutlich weniger als in mancher Berghütte.

Rabl sagte weiter, sofern Genehmigungen und Entscheidungen rasch abgewickelt würden, sei "unter optimalen Voraussetzungen" eine Eröffnung Mitte 2024 denkbar. Das Forsthaus solle als einer der ersten gastronomischen Betriebe im Oberland eine Zertifizierung als klimaneutrales Unternehmen erhalten. Ziel sei es, ein Vorreiterprojekt zu etablieren und "zu zeigen, dass sich Naturschutz und Gastlichkeit nicht ausschließen".

Die Wiedereröffnung des 180 Jahre alten Forsthauses sei für Neuer und ihn kein "Business-Case". "Es ist für uns eine Herzensangelegenheit." In dem sensiblen Naturraum könne es nicht um Gewinnmaximierung gehen. Manuel Neuer sehe die Region als seine Heimat an. "Er möchte dort seinen Beitrag leisten", sagte Rabl. Von Neuer selbst war keine Stellungnahme zu erhalten.

Das Gebäude mit mehr als 6600 Quadratmetern Grund steht seit 2014 leer. Es sei lange versucht worden, einen Pächter zu finden, jedoch ohne Erfolg, sagte Meyer. Deshalb solle die Immobilie über Erbbaurecht langfristig für mehr Planungssicherheit vergeben werden. Der Freistaat bleibe Eigentümer von Grund und Boden.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 

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