Formel Volksfest „Rally Monte Carlo“: Fragen und Antworten zur Go-Kart-Bahn

Honda-Motoren mit je 6,5 PS betreiben die Karts. Foto: Florian Wende

Herzlich willkommen zum Großen Preis des Gäubodenvolksfestes! Zwei Geraden, zwei lange Kurven, eine 175 Meter lange Strecke und unzählige Überholmöglichkeiten – das ist die Formel Volksfest! Seit es den Historischen Bereich am Volksfest gibt, ist die Go-Kart-Bahn fester Bestandteil. Welche Technik steckt hinter dem Fahrgeschäft? Mit welchen Tricks können die Fahrer besser überholen? Das verrät Michael Pelzer, der seit über 25 Jahren Teil des Teams von „Rally Monte Carlo“ ist und „für alles, was anfällt“ zuständig ist.

Wie kam es zur Kart-Bahn „Rally Monte Carlo“?

„Vor rund 30 Jahren wurde die Kart-Bahn zum Verkauf angeboten“, blickt Michael Pelzer zurück. Dietmar Maxi Fackler entschloss sich, das Fahrgeschäft zu kaufen. Seitdem betreibt er es. Und seitdem wurde vieles optimiert. Die Säulen der Bahn bestehen nun aus Eisen, nicht mehr aus Holz und die Bahn wird mittlerweile mit einem Kran aufgebaut. Ursprünglich hat die Firma Mack aus Waldkirch in Baden-Württemberg das Fahrgeschäft für die Weltausstellung in Brüssel 1958 hergestellt.

Wie läuft eine Fahrt ab?

Die Fahrer steigen auf der langen Gerade neben der Kasse in ihre Wagen. Danach geht es in der ersten Kurve im Kreis nach oben, bis die Wagen über die Gegengerade in rund fünf Metern Höhe ans andere Ende der Bahn rasen. Dort geht es in der zweite Kurve im Kreis nach unten. Die Fahrer kommen dann auf der ersten Gerade wieder über Start und Ziel. „Vier Minuten dauert ein Durchgang, dabei legen die schnellsten Fahrer elf bis zwölf Runden zurück“, sagt Michael Pelzer. Wenn die Fahrzeuge in der letzten Kurve nach unten sind, fahren sie über eine Gummischiene. Diese löst eine Lasche unter dem Auto aus, die dafür sorgt, dass die Autos ausrollen und die Fahrer nicht mehr weiter Gas geben können. „So kann beim Aussteigen nichts passieren“, erklärt Michael Pelzer. Er kann die Gummischiene von seinem Kassenhäuschen aus aktivieren. Bis zu zwölf Autos fahren gleichzeitig auf der Bahn.

Wie fahre ich am schnellsten?

Die perfekten Orte zum Überholen sind natürlich die beiden Geraden. Um da in einer guten Ausgangsposition für ein Manöver zu sein, empfiehlt Michael Pelzer, nicht innen in den Kurven zu fahren: „Da ist mehr Abrieb. Wer außen fährt, hat mehr Grip und ist schneller.“

Wie lange dauert der Auf-und Abbau?

„Mit rund sechs bis sieben Leuten dauert der Aufbau zweieinhalb Tage“, sagt Michael Pelzer. Der Abbau ist in rund zwölf Stunden erledigt. Die Bahn wird auf zwei LKW-Aufliegern transportiert. Ein eigener Kran kommt für den Auf- und Abbau zum Einsatz.

Wer darf mitfahren?

„Jeder ab zwölf Jahren oder wenn er mindestens 1,40 Meter groß ist“, sagt Michael Pelzer. Die Größe ist wichtig, damit bei einem möglichen Zusammenstoß der Abstand zum Lenker groß genug ist und sich niemand verletzt. Die meisten Fahrgäste sind natürlich Männer. Wie sieht es mit Alkohol am Steuer aus? Über der langen Geraden hängt ein Schild, auf dem steht: „Betrunkenen ist das Fahren polizeilich verboten!“ Michael Pelzer sagt: „Angeheitert ist in Ordnung. Wer aber schon zum Kassenhäuschen torkelt, den lassen wir nicht fahren. Das wäre zu gefährlich. Doch das kommt selten vor.“

Welche Technik steckt hinter dem Fahrgeschäft?

Honda-Motoren mit je 6,5 PS betreiben die Karts. Die Viertaktmotoren laufen mit Benzin und beschleunigen auf maximal 40 Kilometer pro Stunde. Bei durchgehendem Betrieb müssen die Mitarbeiter alle dreieinhalb bis vier Stunden die Karts auftanken. Das Team der Bahn wartet täglich in der Früh die Fahrzeuge. Unter anderem kontrolliert es das Öl und reibt den Gummirand der Karts mit einer Mischung aus Talk und Tapetenkleister ein. Das sorgt dafür, dass die Karts nicht aneinander haften bleiben, wenn sie mal zusammenstoßen. Hinter der Kartbahn befindet sich eine eigene Werkstatt für die Fahrzeuge.

Was macht die Go-Kart-Bahn „Rally Monte Carlo“ aus?

„Die Leute können selbst fahren – und das schneller als beim Autoscooter“, fasst Michael Pelzer die Vorteile der Go-Kart-Bahn zusammen. Die Steuerung der Fahrzeuge ist einfach: rechts das Gas, links die Bremse, in der Mitte das Lenkrad.

Das kurioseste Erlebnis mit der Go-Kart-Bahn?

„Als wir in Kempten standen, war mal ein 85-jähriger Mann da“, erinnert sich Michael Pelzer. „Er ist bestimmt eine gute Stunde dagestanden und hat unsere Bahn beobachtet, bis er sich entschlossen hat, dass er auch selbst fahren möchte.“ Die Betreiber haben ihn dann umsonst fahren lassen und „der Mann hat eine Stunde danach immer noch gelächelt, so begeistert war er“.

Wie gefällt Ihnen Straubing?

„Es ist immer wieder was Besonderes“, sagt Michael Pelzer. „Die Atmosphäre und Platzgestaltung – gerade im Historischen Bereich – sind wirklich super. Wo auf anderen Volksfesten Bauzäune stehen, ist hier alles detailliert dekoriert.“ Vor ihrer Zeit im Historischen Bereich war die Go-Kart-Bahn auch schon regelmäßig in Straubing – am Frühlingsfest.

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