Formel 1 Auf einem anderen Level: Verstappen bricht Rekorde

Fährt auf einem anderen Level: Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Foto: Moises Castillo/AP/dpa

Wie er gewinnt - eindrucksvoll. Neben der Strecke macht Max Verstappen auch klare Ansagen: Mit jedem spricht er nicht mehr.

Max Verstappen sprach ruhig und kontrolliert, aber sehr bestimmt. Ein bisschen so, wie er nicht nur am Sonntag in Mexiko, sondern über die gesamte Saison zum Sieg- und Gesamtpunkte-Rekordfahrer der Formel 1 wurde.

Der wilde Max Verstappen, der am Steuer mal ausrasten konnte oder auch stolz war, einen gegnerischen Fahrer nur geschubst zu haben in seiner Wut und nicht mehr - dieser Max Verstappen ist vorweltmeisterliche Geschichte.

Und so reagiert er auf eine seiner Meinung nach respektlose Behandlung vor allem durch einen Reporter diesmal eher mit Schweigen. "An einem gewissen Punkt ist es genug. Deswegen antworte ich nicht mehr", sagte Verstappen.

Mehr Siege feierte kein Pilot in der Formel 1

Es geht um Anspielungen wegen der umstrittenen WM-Entscheidung zugunsten von Verstappen und zuungunsten von Lewis Hamilton vor knapp einem Jahr. Verstappen hatte damals die Chance genutzt, die ihm durch eine höchst kontroverse Entscheidung des damaligen Rennleiters geboten worden war. Es war das Überholmanöver zum WM-Triumph in der letzten Runde des letzten Rennens.

Seitdem, seit diesem ersten Titel, dem auch ein giftiger Zweikampf mit Hamilton vorausgegangen war, wirkt Verstappen so, als habe er immer alles unter Kontrolle. Unaufgeregt, souverän, dem Rest voraus. Die Rekordzahl seiner Saisonsiege in diesem Jahr legt ein außergewöhnliches Zeugnis für die Reifeprüfung ab. "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal in der Lage sein würde, 14 Rennen in einem Jahr zu gewinnen", sagte Verstappen nach seinem Erfolg beim Großen Preis von Mexiko.

"Nachdem er aus seinem Fahrzeug stieg, wirkte er sorglos und gelassen - als ob er gerade eine Spritztour ans Meer an einem Sonntagnachmittag genossen hätte. Ein Bild, das seine Saison zusammenfassen könnte", schwelgte "The Guardian" in England.

Mehr Siege feierte kein Pilot jemals in der Formel 1, kein Michael Schumacher - der siebenmalige Weltmeister schaffte 2004 wie Landsmann Sebastian Vettel 2013 jeweils 13 Siege in einem Jahr. Und auch Hamilton, 103-maliger Grand-Prix-Gewinner räumte in keinem Jahr seiner Karriere so ab wie Verstappen nun. Er gewann mehrfach elfmal in einer Saison.

"Er verdient jedes Lob, das er bekommt"

Und los ist Hamilton auch den Punkterekord: mit 416 holte Verstappen zwei Rennen vor Schluss drei mehr als der zwölf Jahre ältere Brite 2019. Und weitere 60 Punkte sind noch möglich in den beiden ausstehenden Rennen - in Brasilien wird in zwei Wochen auch wieder ein Sprint ausgefahren mit acht Punkten für den Sieger. 26 sind jeweils in den Rennen am Sonntag zu holen.

"Darum geht es am Ende aber gar nicht", betonte Verstappen. "Letztlich geht es darum, eine WM zu gewinnen und es ist egal, mit wie vielen Punkten du es schaffst." Gleichwohl belege die aktuelle Punktzahl aber nur, wie unglaublich dieses Jahr für ihn und Red Bull sei. Als Team hatten sie nur zwei Wochen nach Verstappens zweitem Fahrertitel auch die Konstrukteurs-WM gewonnen. Dennoch waren Verstappen und sein Teamkollege Sergio Perez in Austin ausgepfiffen und als Betrüger beschimpft worden.

Im Konflikt über unerlaubte Mehrausgaben wurden auch die Fahrer zur Angriffsfläche. In dieser allgemein hitzigen Atmosphäre um den neuen Branchenführer blieb Verstappen aber auch in Mexiko cool. Pole, Sieg - und das mit einer weiteren tadellosen Vorstellung. "Ehrlich gesagt fährt Max in ein anderes Level", betonte Teamchef Christian Horner. Seine Leistung in Mexiko habe seine Reife demonstriert und die Fähigkeit, ein Rennen zu lesen. "Er verdient jedes Lob, das er bekommt."

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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