Flucht vor dem Krieg Polen: Mehr als 1,3 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine

Warten auf die Weiterfahrt: Eine geflüchtete Ukrainerin am Bahnhof im polnischen Przemysl. Foto: Daniel Cole/AP/dpa

Die Zahl der Menschen aus der Ukraine, die ins Nachbarland Polen flüchten, steigt. Mittlerweile zählt Polen 1,33 Millionen Geflüchtete. Die EU rechnet mit weiteren sehr hohen Zahlen.

In Polen sind nach Angaben des Grenzschutzes seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine 1,33 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland eingetroffen.

Allein gestern hätten 125.800 Menschen die Grenze passiert, teilte die Behörde auf Twitter mit. Etwa 93 Prozent der Geflüchteten seien ukrainische Staatsbürger.

Die Grenzschützer hätten gestern einen leichten Rückgang der Flüchtlingszahlen registriert, sagte eine Sprecherin der Behörde. Im Vergleich zum Vortag seien etwa 11 Prozent weniger Geflüchtete aus dem Nachbarland eingetroffen.

Unklar ist, wie viele der Menschen, die in Polen ankommen, in andere Länder weiterreisen. "Der Grenzschutz hat keine Informationen über Menschen aus der Ukraine, die unser Land bereits über die offenen Binnengrenzen des Schengen-Raums verlassen haben. Da es keine Kontrollen gibt, gibt es auch keine Statistiken oder Schätzungen", sagte die Sprecherin. Nach Beobachtungen des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) will eine überwiegende Mehrheit zunächst in Polen bleiben.


"Wir werden sehr viel höhere Zahlen noch nehmen"

Mit Blick auf die mehr als zwei Millionen Menschen, die bereits aus der Ukraine geflohen sind, sagte die EU-Komissionschefin Ursula von der Leyen. "Ich fürchte, das ist erst der Anfang. Wir werden sehr viel höhere Zahlen noch nehmen." Es sei jedoch überwältigend positiv, dass die 27 EU-Staaten die Menschen offen aufnähmen. Die Flüchtlinge bekämen Aufenthaltsrechte, Zugang zum Arbeitsmarkt und Gesundheitsversorgung, die Kinder könnten zur Schule gehen. Sie lobte vor allem Polen, Ungarn, Rumänien und die Slowakei, die bisher am meisten Flüchtlinge aufgenommen haben.

Ab sofort können sich Flüchtlinge auf einer neuen Website über ihre Rechte in der Europäischen Union informieren. Wie die EU-Kommission mitteilt, enthalte die Seite Informationen über das Überqueren von Grenzen, über Rechte bei der Ankunft sowie über die Weiterreise in andere Länder. Die Seite sei auf Englisch verfügbar, am Donnerstag solle eine ukrainische Version hinzugefügt werden. Bislang sind mehr als zwei Millionen Menschen vor dem russischen Angriffskrieg aus der Ukraine geflohen. Die EU-Staaten hatten vergangene Woche beschlossen, den Flüchtlingen schnell und unkompliziert Schutz zu gewähren.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 

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