Nein, bayerischer Ministerpräsident ist Florian Pronold nicht geworden. Man mag den Berufswunsch aus Juso-Tagen für großspurig halten - oder wie der Parlamentarische Staatssekretär aus Deggendorf darin eine Botschaft sehen: "Die SPD muss regieren wollen", sagt er. Niemand wähle die Sozialdemokraten, weil er sie als Opposition so sympathisch finde. Dass der Wille zur Macht seine Partei mit Olaf Scholz gerade bis ins Kanzleramt zu tragen scheint, freut Pronold - auch wenn dann für ihn selbst die Zeit im Deutschen Bundestag zu Ende sein wird.

Nach 19 Jahren im Parlament hat sich der 48-Jährige entschieden, am 26. September nicht erneut zu kandidieren. "Es war schon seit vielen Jahren ein fester Vorsatz, dass ich noch mal etwas Neues mache, bevor ich 50 bin", sagt Pronold beim Gespräch in einem Deggendorfer Café. Allzu oft habe er Politiker erlebt, die den richtigen Moment zum Aufhören verpasst hätten. So solle es ihm nicht ergehen.