"Jacky hat sich wirklich wunderbar entwickelt", sagt Claudia Schuh mit einem wohlwollenden Blick auf ihr quirliges "Waisenkind", das im August in lebensbedrohlichem Zustand bei ihr zuhause in Furth im Wald abgegeben wurde. Die fachliche Leiterin des Bayerwald-Tierparks erkannte sofort, dass es bei dem Findling fünf Minuten vor zwölf war. Das Fischotterbaby ins Leben zurückzuholen, hieß aber nicht, es nur tierärztlich zu versorgen und ihm einen Fressnapf vorzusetzen, sondern etliche Nachtschichten auf sich zu nehmen, um den kleinen Pelzträger mit der Flasche aufzuziehen. Dies setzt sicherlich eine Tierliebe voraus, die nur bei wenigen vorhanden ist.

Claudia Schuh hatte durchaus Erfahrung mit Handaufzuchten und ohne diese würde sie den "Job" auch niemanden empfehlen. Jeder, der sie kennt, weiß, dass sie das "Helfergen" in sich trägt und das Wissen besitzt, die richtigen Schritte einzuleiten, damit der Pflegling auch wirklich eine Chance hat. Dem kleinen Fischotterbaby zuzusehen, wie es gedieh und dann auch erfolgreich von der Flasche auf feste Nahrung umstieg, war eigentlich eine Selbstbestätigung.