Die Stimmung im Brüsseler Berlaymont-Gebäude wirkte eher düster, als Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni und Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis am Montag ihre Reform- und Steuerempfehlungen für die Mitgliedstaaten vorstellten - eine jährliche Übung, die im EU-Jargon als "Europäisches Semester" geläufig ist. Eine "enorme Unsicherheit" durch den Angriffskrieg Russlands, eine in diesem Jahrhundert nie dagewesene Inflationsrate, hohe Energiepreise und Engpässe bei den Lieferketten, eine schwache Konjunkturentwicklung - so beschrieben sie die Situation in der EU, die "weit von der wirtschaftlichen Normalität entfernt" sei, so Gentiloni.