Festakt in Straubing Finanzminister Albert Füracker eröffnet das Gäubodenvolksfest

Zusammen eröffneten Landrat Josef Laumer, Finanz- und Heimatminister Albert Füracker und Oberbürgermeister Markus Pannermayr (von links) das Gäubodenvolksfest Foto: Patrick Beckerle

Endlich wieder ein positiver Ausnahmezustand. Endlich wieder feiern und nicht nur an Krieg, Krisen und Corona denken. Das dürfte heuer der erklärte Wunsch vieler Straubinger an das Gäubodenvolksfest sein. Und Albert Füracker tat bei seiner Eröffnungsrede am Samstagvormittag im Festzelt Wenisch alles dafür, dem auch Rechnung zu tragen.

Nach zwei Jahren Zwangspause haben die Straubinger mit dem CSU-Minister genau den richtigen Mann zur Eröffnung eingeladen: Füracker ist nicht nur als launiger Bierzelt-Redner bekannt (was er in seiner humorvollen Ansprache auch eindrucksvoll unter Beweis stellte), als Finanz- und Heimatminister ist er auch geradezu prädestiniert für die traditionellen Volksfest-Wünsche der Straubinger. In seinen Ressorts laufen schließlich alle Fäden zusammen. So verschwendete Oberbürgermeister Markus Pannermayr in seiner Eröffnungsrede nur wenig Zeit, um dem "reichen Onkel aus der Oberpfalz" zu erklären, welche Themen den Straubingern unter den Nägeln brennen. 

Gleich drei Wünsche hatte der Straubinger OB an den prominenten Gast (schließlich waren ja auch zwei Volksfeste und damit Wünsche ausgefallen). Erstens: Das Karmelitenklotser in Straubing, das zwar bereits vom Freistaat gekauft wurde, nun aber hergerichtet gehört. "Da brauchen wir den Planungsauftrag, dass wir loslegen können", so Pannermayr. Zweitens: Das neue Trainingszentrum der Polizei in Straubing. Auch hier wurde das Grundstück bereits gekauft, 2023 soll Baubeginn sein. Damit das auch klappt, bat Pannermayr den Finanzminister um Unterstützung. Und drittens: Die Mehrzweck-Demonstrationsanlage im Straubinger Hafen, für die die Stadt jahrelang kämpfte und vergangenes Jahr schließlich einen Förderbescheid präsentieren konnte. Weil seitdem die Baukosten aber regelrecht explodiert sind, ersuchte Pannermayr um weitere Förderungen. 

Ansonsten ging der Straubinger OB in seiner Ansprache auch auf die dramatischen Begleitumstände des diesjährigen Volksfestes ein. Er erinnerte daran, dass beim letzten Volksfest im Jahr 2019 die Bonpflicht beim Bäcker zu den größten Streitpunkten zählte. "Ich glaube, heute würde sich so mancher die Probleme von damals zurückwünschen", so Pannermayr nachdenklich. Bei aller berechtigten Sorge um Corona, den Krieg in der Ukraine und die Energiekrise dürften die Menschen aber auch die Freude nicht verlieren. Und hier könne das Gäubodenvolksfest einen wertvollen Beitrag leisten. 

Das sah auch Albert Füracker so. Schon als kleiner Bub habe er von seinem Vater eingetrichtert bekommen: "Straubing ist wie das Paradies, nur schöner." Das sei zwar mehr auf die Qualität des guten Gäubodens im Vergleich zum Grund des elterlichen Hofs bezogen gewesen, dennoch habe die Stadt in seinen Augen nur wenig Gründe zum Jammern. "Ja, es gibt Probleme. Ja, wir müssen arbeiten. Ja, wir leben nicht im Schlaraffenland. Aber dennoch sollten wir dankbar sein. Es gibt 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt - und 7 Milliarden davon beneiden uns um unser Leben", so der Minister. 

Zusage zum Karmelitenkloster

Albert Füracker räumte in seiner Eröffnungsrede ein, dass heute zwei Herzen in seiner Brust schlügen. Als Heimatminister wolle er den Straubingern ihre Wünsche natürlich gerne erfüllen. Doch als Finanzminister müsse er auch aufs Geld schauen. "Und Geschenke mit Steuerzahlergeld gibt's nicht", machte Füracker klar. Doch weil die Stadt auch nicht komplett leer ausgehen sollte, präsentierte er ganz staatsmännisch eine Kompromisslösung. 

Den Förderbescheid für die Mehrzweck-Demonstrationsanlage habe den Straubingern ja Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger überreicht. "Und wenn der Hubert das verspricht, bin ich mir sicher, wird er das auch halten", so Füracker. Beim neuen Polizeizentrum verwies er auf die Zuständigkeit des Innenministers Joachim Herrmann. "Den werde ich heute gleich nochmal anrufen und ihn an sein Versprechen erinnern", so Füracker. Lediglich beim Karmelitenkloster könne er selbst entscheiden. Und gestand: Als er gesehen habe, welche Summe hier im Raum stehe (ein zweistelliger Millionenbetrag) sei er durchaus erschrocken. "Man hat mich im Vorfeld dringend gewarnt, beim Gäubodenvolksfest Versprechen zu machen, die ich später nicht einhalten kann. Deswegen habe ich das auch nicht vor", betonte Füracker. Nur um sodann unter Applaus zu verkünden: "Der Planungsauftrag wird unterschrieben. Das liegt in meiner Verantwortung, das kann ich versprechen."

Mit diesem Bekenntnis zu Straubing und unter dem Jubel der anwesenden Gäste erklärte Albert Füracker das "Trumm vom Paradies" um 11.52 Uhr offiziell für eröffnet. 

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