FC Bayern Mit breiter Brust auf BVB-Jagd: "Immer mehr Druck machen"

Die Bayern (hier Niklas Süle und Robert Lewandowski) haben die Rückrunde mit dem 3:1-Sieg gegen die TSG Hoffenheim gestartet. Foto: imago

Mit einer "sensationellen" ersten Halbzeit in Hoffenheim startet der FC Bayern erfolgreich seine Jagd auf Borussia Dortmund. Der Titelverteidiger will den Druck mehr und mehr erhöhen.

Auf den Sofa-Jubel hofften die Bayern-Stars zwar vergeblich, ihr Start in die Hatz auf Borussia Dortmund aber gab den Münchner Aufholjägern mächtig Auftrieb. Das "schöne Wochenende", wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem 3:1 bei 1899 Hoffenheim frohlockt hatte, machte der BVB-Sieg bei RB Leipzig (1:0) am Tag danach nicht kaputt. "Wir haben gezeigt, dass wir da sind, dass man mit uns rechnen muss. Wir sind bereit für die Verfolgungsjagd", sagte Trainer Niko Kovac mit einem selbstsicheren Lächeln. "Wir sind gut reingekommen und jetzt hoffen wir, dass wir diesen Elan in die nächsten Spiele mitnehmen können."

Zwar zeigte das Ensemble um Doppeltorschütze Leon Goretzka "zwei Gesichter", wie Sportdirektor Hasan Salihamidzic einräumte. Doch vor allem die dominante erste Spielhälfte stachelt die Münchner beim Angriff auf den BVB noch mehr an. "Wir nehmen das jetzt an und werden immer mehr Druck machen", sagte Salihamidzic nach dem sechsten Erfolg am Stück. Ein Ausbau dieser Serie, (mindestens) ein Ausrutscher der Dortmunder irgendwann und ein Heimsieg gegen den Rivalen am 6. April - so ungefähr sieht die Rechnung der Bayern für die restlichen 16 Spiele aus. Dann wären sie zumindest gleichauf mit dem BVB.

"Ein schönes Wochenende! Wir haben ein schönes Wochenende. Das Spiel war super", rief Boss Rummenigge am Freitagabend bei seinem Abgang aus Sinsheim. Letzteres konnten die 30 150 Besucher im Stadion und die TV-Zuschauer in über 200 Ländern zumindest von der ersten Halbzeit behaupten, die Kovac gar als "sensationell" bezeichnete. Goretzka glänzte mit zwei Toren vor der Pause. "Da haben wir einen Maßstab gelegt, den wir in den nächsten Spielen wiederholen wollen", meinte sein Nationalmannschaftskollege Joshua Kimmich. "Die zweite Halbzeit war etwas wild."

Sammer warnt vor Bayern-Aufholjagd

Eurosport-Experte Matthias Sammer, zugleich externer Dortmund-Berater und ehemaliger Bayern-Vorstand, hatte davor gewarnt, dass die Münchner zur großen Aufholjagd blasen würden. "In meinen Augen sind sie wieder bärenstark. Sie wirken zwar noch nicht extrem attraktiv, aber insgesamt wieder deutlich geschlossener", sagte er.

Gegen den taumelnden VfB Stuttgart dürfen sich die Münchner nun am kommenden Sonntag weiter einspielen für den Champions-League-Schlager am 19. Februar beim FC Liverpool und die heiße Phase im Meisterschaftskampf. Kovac hat die Krise aus der Hinrunde überstanden und zeigt nach dem angekündigten Ende der Rotation, dass er keinen Konflikt mit Stars scheut. Weltmeister Jérôme Boateng durfte nur noch ein paar Minuten zum Schluss auf den Rasen.

Auch der frühere WM-Torschützenkönig James Rodríguez musste sich erstmal hinten anstellen. Bei seinem Comeback nach längerer Knieverletzung kam der Kolumbianer erst in der 78. Minute, leitete jedoch mit einem Zuckerpass das 3:1 durch Robert Lewandowski ein. Dafür glänzte der Ex-Schalker Goretzka in der Schaltzentrale. "Wir haben sogar noch mehrere Zehner. Das wisst ihr bloß nicht", sagte Thomas Müller, selbst ein Kandidat für die Königsposition, lachend.

"Nicht für Borussia Dortmund gespielt"

"Wir haben heute nicht für Borussia Dortmund gespielt, damit die das Zittern bekommen", erklärte Goretzka nach dem Sieg. Der Matchwinner erkundigte sich bei den Journalisten erstmal, ob der BVB am Samstag um 15.30 Uhr oder 18.30 Uhr antritt.

Der Tabellenzweite hatte nicht sein komplettes Wochenende auf die Partie der Dortmunder in Leipzig ausgerichtet. Er wisse noch nicht, ob er sich das Spiel im Fernsehen ansehe, kokettierte Torhüter Manuel Neuer lässig. Mats Hummels twitterte zwar ein Foto von seinem Fernseher mit Fußballprogramm ("Bundesliga & chill"), aber das taugte nicht als Beweis, dass der Abwehrspieler seinen Ex-Club Dortmund genau studiert: Auf dem Fernsehbild ist eindeutig Werder Bremen gegen Hannover 96 zu sehen.

 
 

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