Familiär mit Weltstars entspannt Musik erleben „Bluetone“ lockte mit Spitzenprogramm 9000 Musikliebhaber

Impressionen vom Auftritt von Milow. Foto: Ulli Scharrer / Mathias Adam Quelle: Unbekannt

(su). "Bluetone" - mit dem neuen Namen von "Jazz an der Donau" haben sich die Fans in den vergangenen vier Tagen anfreunden können, das Programm war nämlich Spitzenklasse. Organisator Ralph Huber freut sich über rund 9000 Besucher, es hätten auch etwas mehr sein können, und "eine einmalige Atmosphäre" mit Stars zum Anfassen, die sich auch immer wieder gerne unter das Publikum mischten. "Musikalisch war es gigantisch", schwärmt Huber.

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"Der Sound ist immer super, aber dieses mal war er außergewöhnlich gut", lobt er die Technik und dankt auch allen ehrenamtlichen Helfern, die wieder mit viel Engagement dabei waren. Auch "das Publikum war gut drauf" und nahm den neu gestalteten Biergarten mit erweiterter Gastronomie gut an. Der Freitag mit Trombone Shorty und Mario Biondi war Hubers Lieblingstag, aber nur knapp vor den anderen, den einen Favoriten zu finden, "ist schwer zu entscheiden", bei dem hochklassigen Programm.

Musikfans aus nah und fern kamen zum "Bluetone"-Festival. "Der wahrscheinlich weitest angereiste Fan in der 26-jährigen Festivalgeschichte", wie Organisator Ralph Huber sinnierte, war Phongpaseuth Kanlagna, ein Supermarkt-Manager aus Laos. Als Riesenfan von "Fourplay" flog er extra wegen diesem Auftritt in Straubing nach Deutschland, und um Sebastian Vettel auf dem Hockenheimring fahren zu sehen. Mit dabei war sein Jugendfreund Phetdali Bourmisavath, der in Deutschland lebt. So viel Musikliebe, die einen Fan aus über 8 400 Kilometer anreisen lässt, belohnten die Veranstalter gerne. Die beiden Freunde aus Laos, die auch Fans vom FC Bayern und BMW sind, wurden so selbst zu Stars. "Fourplay" sagte gerne zu, dass die beiden nach dem Auftritt zu einem kurzen Besuch hinter die Bühne durften. Kurz nach 1 Uhr trafen sie ihre Musikidole und mit amerikanischer Offenheit und asiatischer Bescheidenheit wurde kurz über Musik und über Laos geredet, wo die Band "unbedingt auch einmal auftreten will". Mit besten Grüßen, dem Versprechen, sich über Facebook zu schreiben, und mit zwei geschenkten "Bluetone"-T-Shirts endete das Treffen hinter dem Zelt, das die beiden Laoten sicher nie vergessen werden.

Aber nicht nur Besucher schätzen die "einzigartige und familiäre Atmosphäre", auch viele fleißige Helfer waren dieses Jahr wieder dabei, die für Verpflegung und "für das Live-Musikhören" mit ihrem Einsatz dazu beitragen, das Festival zu ermöglichen.

Genoveva Thomas hat mit ihren Kollegen die Kasse im Griff, und das schon seit neun Jahren. Über das Tagblatt hat sie damals erfahren, dass noch Helfer gesucht werden, und dachte sich, "das wär doch einmal eine Abwechslung". Sie genießt die familiäre Atmosphäre mit den anderen Helfern und den Gästen. Das Stammpublikum kennt sie schon seit Jahren und es sei schön, wenn die Leute beim Kartenkaufen mit ganz unterschiedlichen Dialekten erzählen, woher sie kommen und wer ihr Favorit auf der Bühne ist. Vom Auftakt am Donnerstag mit "Da Cruz", "dem Stéphan Rizon mit der unglaublichen Stimme", und natürlich Zaz war Genoveva Thomas voll überzeugt. "Der Doldinger ist auch schon ein alter Bekannter" vom ehemaligen "Jazz an der Donau"-Festival und sie ist neuer Fan von Trombone Shorty und Lizz Wright geworden.

Für die richtige Lichtstimmung sorgte heuer zum zweiten Mal Michael Wittenzellner, auch bekannt als Stereo Mike. Ein Festzelt, das anders als Veranstaltungshallen keine Hängepunkte für Scheinwerfer an der Decke hat, ist schwerer auszuleuchten. "Incognito" war sein Favorit. Zum einen, weil das seine Musik ist und zum anderen, weil er die ganze Show über das Licht machen durfte. Andere Stars haben ihre eigenen Lichtzauberer dabei, die ihren Auftritt in allen Kleinigkeiten kennen. Das schätzt Stereo Mike aber auch, weil Fachsimpeln in der Branche dazu gehört, und dabei kann man immer was voneinander lernen. Englisch wird dabei gesprochen, bis auf das Team der der Französin Zaz, deren Lichttechniker ist nämlich Österreicher.

Am besten angezogen am "Bluetone"-Festival ist man natürlich mit entsprechendem T-Shirt und am besten informiert mit dem Programmheft. Beides und noch weiteres Merchandising verkauft mit anderen Wolfgang Neumeier. Der Lehramtsstudent aus Bogen fand 2011 "schon supertoll". Da war es klar, dass er mit seiner Freundin, die ihn zum Helferteam brachte, auch dieses Jahr wieder mit dabei war. Der 23-Jährige ist schwer musikbegeistert und spielt selber Cello, daher genießt er es wie alle anderen Helfer, alle Konzerte hören zu können.

In der Stadt kamen Musikfans auch auf ihre Kosten, der Jazz-Brunch an vielen Plätzen und vor Cafés war wieder der Renner und wem es nach "Bluetone" zu den After-Show-Sessions ins Raven schaffte, wurde nicht nur mit lokalen Musikgrößen verwöhnt, sondern auch mit Musikern von "Incognito" oder den spielhungrigen Nachwuchspreisträgern von "Ohropack". Sonntagabend klang "Bluetone" noch stimmgewaltig und mit Abschiedsschmerz, aber auch Vorfreude auf das nächste Jahr mit "The Voice of Germany"-Gewinnerin Ivy Quainoo und dem belgischen Superstar Milow aus.

 

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