Borderline ist ein vielschichtiges Syndrom, bei dem sich manchmal sogar Ärzte schwertun, es festzustellen. Was zu tun ist, wenn ein Freund oder man selbst glaubt, sie bei sich zu entdecken, erklärt Prof. Dr. Berthold Langguth vom Bezirksklinikum Regensburg.

Herr Professor Langguth, was ist das Borderline-Syndrom genau?

Berthold Langguth: Darunter versteht man ein Krankheitsbild, das nach der WHO-Klassifikation als "emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs" bezeichnet wird. Das Krankheitsbild ist sehr komplex und gekennzeichnet durch starke Gefühlsschwankungen und die Unfähigkeit, diese zu kontrollieren. So erleben Menschen mit Borderline-Syndrom häufig Spannungszustände, die sie als unerträglich empfinden. Um diesen Zustand zu verändern, entwickeln Borderline-Patienten Strategien. Etwa Selbstverletzungen, in dem sie sich mit Messern oder Rasierklingen in die Haut schneiden oder sich Verbrennungen zuführen. Der Wunsch nach Ruhe und Geborgenheit verleitet die Betroffenen dazu.

Sind Selbstverletzungen das einzige Merkmal?