Europa Schweiz sieht keine Chance auf Schließung der Skigebiete

Nebel lichtet sich vor dem Panorama der Alpen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild Foto: dpa

Bern - Für die Schweiz ist eine Schließung der Skigebiete in diesem Winter kein Thema. "In der Schweiz sind Bundesrat, Behörden und die Tourismusbranche überzeugt, dass der Schweizer Weg - für den Moment - richtig ist und die Wintersaison sicher stattfinden kann", sagte Markus Berger, Sprecher von Schweiz Tourismus, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mit Blick auf anstehende Winterurlaube dafür ausgesprochen, dass alle Skigebiete in Europa schließen. "Wir werden uns in Europa um eine Abstimmung bemühen, ob wir alle Skigebiete schließen könnten", sagte sie am Donnerstag.

Nach Angaben von Schweiz Tourismus ist das Thema nicht neu. "Der Ansatz einer europaweit koordinierten Betriebszeit/Saisoneröffnung der Wintersportdestinationen wurde im Kreise der Alpenländer informell bereits im Spätsommer diskutiert und als ungeeignet nicht weiter verfolgt", teilte Berger mit. "Wir gehen daher davon aus, dass dieser Ansatz auch jetzt nicht mehr Erfolg haben wird."

Deutsche Gäste sind mit Abstand die größte Gruppe der Winterurlauber in der Schweiz. Von den 7,8 Millionen Gästen in der Wintersaison 2018/2019 kamen knapp zehn Prozent aus Deutschland. Die Saison 2019/20 war bereits durch die Coronavirus-Pandemie beeinträchtigt.

Wie Schweiz Tourismus äußert sich auch die Sprecherin des Skigebiets Grindelwald. Die Zermatt Bergbahnen lehnen den Vorstoß von Merkel ebenfalls ab. "Wir sind der Meinung, dass Skifahren in Bezug auf die Covid-Situation sicher ist", sagte deren Sprecher Mathias Imoberhof der dpa. "Der "Spaßfaktor" im Aprés Ski, welcher sich im Frühjahr als sehr problematisch erwiesen hat, wird sicher nicht in der gewohnten Form vorhanden sein", meinte er. Deshalb sei eine Schließung der Skigebiete nicht nötig. "Ob die EU eine Schliessung der Skigebiete bei ihren Mitgliedsländern durchsetzen kann, wird sich zeigen", meinte er. "Dass die Schweiz dazu gezwungen werden kann, darf zurecht bezweifelt werden."

 

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