"Es gibt mehr als Fußball" Trainer ohne Club: Ein Blick von außen

Drei Trainer ohne Verein: (von links) Roland Fuidl, Sepp Beller und Andreas "Stonie" Wagner. Foto: Roßmann/privat

Andreas Wagner, Roland Fuidl und Sepp Beller haben als Trainer gearbeitet. Aktuell sind alle drei ohne Verein – aus unterschiedlichen Gründen. Wie blicken sie inzwischen auf das Geschäft und können sie sich eine Rückkehr vorstellen? idowa hat nachgefragt.

Andreas „Stonie“ Wagner sitzt in einem Café in Straubing. Er ist, wie man ihn kennt. Er lacht viel und ist gut drauf. Im Gespräch soll es um seine Zeit als Trainer, beziehungsweise viel mehr um seine „schöpferische Pause“ gehen. Wagner musste erst überzeugt werden, sich dazu zu äußern. Denn er hat sich sehr bewusst eine Auszeit genommen. Rund eineinhalb Jahre ist Wagner zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aktiv im Fußball-Geschäft. Zuvor war er über zehn Jahre als Trainer tätig. Erst beim ASV Steinach, den er von der Kreisklasse bis in die damalige Bezirksoberliga geführt hat, dann im Nachwuchsbereich des SSV Jahn Regensburg und zuletzt zwei Jahre beim TSV Bogen.

Wagner war gerne Trainer und er hatte Erfolg, egal wo er war. Entsprechend zufrieden blickt er auf diese Zeit zurück. Doch nach über zehn Jahren war Schluss für ihn. Wagner legte den Fokus auf seine berufliche Karriere und widmete auch seinem Privatleben mehr Zeit. Er hat den Kilimandscharo bestiegen, den Sport wieder für sich entdeckt und ist einen Halbmarathon gelaufen. „Es gibt mehr im Leben als Fußball“, sagt Wagner. Die Trainerarbeit vermisst er nicht groß: „Ich muss es aktuell nicht haben, mehrmals pro Woche und am Wochenende auf dem Platz zu stehen.“

Als Wagner im Sommer 2016 nach dem geschafften Klassenerhalt in Bogen aufhörte, machte er zunächst als Sportlicher Leiter weiter und installierte Sepp Beller als seinen Nachfolger. Das Projekt war ursprünglich längerfristig angedacht – und endete doch abrupt. Nach nur zwölf Spielen warf Beller hin. „Es waren nur sportliche Gründe, die mich dazu bewegt haben. Nach relativ kurzer Zeit hat sich für mich ein Bild entwickelt, in dem einige Punkte nicht zu mir gepasst haben“, blickt Beller zurück. Nach Beller gab auch Wagner im Winter seinen Posten auf – und der TSV Bogen stieg ein halbes Jahr später aus der Bayernliga ab.

Beller: "Muss keinem Erfolg mehr nachlaufen"

Für Beller war es die letzte Trainerstation. „Ich bin mit 64 Jahren in einem Alter, wo man den Aufwand nicht mehr haben muss – drei oder vier Mal Training pro Woche, dazu ist man das ganze Wochenende unterwegs“, sagt er. Beller hat in seiner Karriere viele Erfolge gefeiert. Mit sechs Vereinen ist er sieben Mal aufgestiegen. Er führte den 1. FC Bad Kötzting in die Landesliga, bewahrte Jahn Regensburg vor einem Abstieg und stieg mit der DJK Vilzing von der Bezirksoberliga bis in die Bayernliga auf. Er schaffte mit der U19 Plattlings den Aufstieg in die Junioren-Bayernliga und wurde in dieser mit Ruhmannsfelden Dritter – nur ein kleiner Auszug. Deswegen ist ihm auch der Abschied vom Geschäft nicht sonderlich schwergefallen: „Ich habe in über 30 Jahren Trainertätigkeit viele Highlights erlebt und viele Erfolge gehabt. Ich muss keinem Erfolg mehr nachlaufen und niemandem mehr etwas beweisen.“

Den Trainerjob vermisst Beller nicht wirklich. „Ich habe das über 30 Jahre lang mit Leidenschaft und hundertprozentigem Einsatz gemacht. Aber die Zeit als Trainer ist abgelaufen und ich denke gerne dran zurück.“ Gesundheitlich gehe es ihm besser als noch in der Zeit als Trainer und Beller genießt es, Zeit zu haben um beispielsweise Fahrrad zu fahren und einfach nicht mehrmals die Woche abends unterwegs zu sein.

 

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