"Es gibt mehr als Fußball" Wie geht's weiter bei den Trainern?

Sepp Beller ist auch noch regelmäßig auf einem Fußballplatz anzutreffen. In Unterhaching war er zuletzt ein paar Mal, erzählt er. Dort spielt sein ehemaliger Spieler Stephan Hain. „Eine tolle Sache“, sagt Beller. Einige seiner ehemaligen Schützlinge sind inzwischen selbst ins Trainergeschäft eingestiegen – die meisten davon als Spielertrainer, wie Sebastian Niebauer in Roding, Stefan Reiser in Schwarzach, Erich Vogl in Geiersthal oder Thomas Seidl, zur neuen Saison in Degernbach. Beller hat sie alle einmal besucht. „Sie sind alle so, wie ich sie auch als Spieler kennengelernt habe. Sie sind sehr ehrgeizig, übernehmen Verantwortung und haben ihre Erfolge“, sagt Beller und schiebt nach: „Das freut mich schon sehr.“ Ebenso freut es ihn, wenn er als Feedback erhält, dass sie vieles von ihm gelernt hätten, wenngleich Beller betont: „Jeder Trainer muss seinen eigenen Weg finden. Es macht keinen Sinn, irgendjemanden zu kopieren. Sie sollen ihren eigenen Stil und ihre eigene Persönlichkeit entwickeln und nicht versuchen, José Mourinho oder der Beller Sepp zu sein.“

Aushilfe alla Jupp?

Selbst noch einmal zu trainieren, das kann sich Beller grundsätzlich schon vorstellen – aber nur als Aushilfe, wenn ein Verein Hilfe benötigt und ihn die Aufgabe reizt. Alla Jupp Heynckes quasi. Ebenfalls vorstellbar ist, dass er bei einem Verein in der Sportlichen Leitung mithilft. Alles aber frühestens ab 2019, denn bis dahin ist Beller ordentlich beschäftigt. In der Familie laufen aktuell drei Bauvorhaben – ein Neubau, ein Anbau und ein Umbau. Beller hilft fleißig mit – „die Kinder freut’s“, sagt er.

Roland Fuidl denkt aktuell nicht darüber nach, wieder auf den Trainingsplatz zurückzukehren. „Aktuell reizt mich das nicht“, sagt er. "Wenn man sich von einem Verein getrennt hat, weil der Erfolg nicht da war, dann hat man den Drang, es beim nächsten Mal besser zu machen", so Fuidl. Er ist aber mit einer absoluten Positivserie gegangen. Er wird seine Trainerscheine zwar noch einmal verlängern beim nächsten Mal, damit er gerüstet ist, sollte das Kribbeln doch noch einmal zurückkehren. Vorstellen kann sich Fuidl das aktuell aber eher weniger. Zu gut tut ihm der Abstand vom Fußballgeschäft.

„Stonie“ Wagner nimmt zur neuen Saison wieder eine Aufgabe im Fußball wahr, aber nicht als Trainer. Er wird Scout beim Fußball-Zweitligisten SSV Jahn Regensburg. Hier ist er zuständig für das Spielerscouting im österreichischen Raum. Rund 50 Spiele pro Saison muss Wagner dafür im Nachbarland anschauen und möglichst attraktive Spieler für die Oberpfälzer aufspüren. In der zeitlichen Einteilung ist er frei. Er freut sich auf die neue Aufgabe: „Da passt alles zu einhundert Prozent.“

Ob er noch einmal irgendwo als Trainer einsteigen wird, das lässt Wagner offen. Vorstellen könnte er es sich durchaus. „Aber dann muss wirklich alles hundertprozentig passen. Wenn auch nur ein Prozent nicht passt, dann werde ich es nicht machen.“ Wagner macht einen glücklichen und zufriedenen Eindruck – obwohl, oder gerade weil er ein bisschen Abstand vom Trainergeschäft bekommen hat.

 

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