Erstanträge Herrmann: Starke Zunahme bei Asylanträgen in Bayern

Innenminister Herrmann berichtet, dass die Zahl der Asylanträge in Bayern stark gestiegen ist. (Archivbild) Foto: Daniel Löb/dpa/Archivbild

Die Zahl der Asylanträge in Bayern ist im laufenden Jahr nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stark gestiegen. Bis Ende März seien rund 6700 Erstanträge gestellt worden und damit rund 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, sagte er am Donnerstag in Nürnberg. "Wir dürfen diese Zahlen neben der Ukraine nicht aus den Augen verlieren."

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex, die Herrmann am Mittwoch in Warschau besucht hatte, habe im ersten Quartal 2022 mehr als
40.000 illegale Übertritte an den europäischen Außengrenzen registriert. Das sei eine Steigerung um 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und die höchste Zahl seit 2016. Die Europäische Union müsse nun auch verstärkt die Fluchtursachen bekämpfen - vor allem die Hungersnot in Afrika, die der Krieg in der Ukraine verschärfe. Die Hälfte des Getreides, das das Welternährungsprogramm in den betroffenen Ländern verteile, stamme aus der Ukraine.

Rund 125.000 Menschen sind seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine Herrmann zufolge nach Bayern geflüchtet (Stand: 20. April). Rund
111.000 seien in Bayern im Ausländerregister registriert. Etwa ein Drittel sei in Unterkünften, zwei Drittel seien privat untergekommen. Fast 40 Prozent der Flüchtlinge sind demnach jünger als 21 Jahre. Das sei eine gigantische Herausforderung für die Kinderbetreuung und die Schulen, mit der sich Staatsregierung und Kommunen nun in den nächsten Wochen beschäftigen müssten, betonte der Minister.

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