Erst nervös, dann stark Wie NawaRo Straubing den Saisonauftakt drehte

Die Einwechslung von Janna Schweigmann war ein Faktor dafür, dass NawaRo Straubing den Saisonauftakt gegen Schwarz-Weiß Erfurt noch drehen konnte. Foto: Fabian Roßmann

NawaRo Straubing kommt schlecht ins erste Saisonspiel, lässt Schwarz-Weiß Erfurt dann aber keine Chance mehr und gewinnt mit 3:1.

Plötzlich stand eine der Jüngsten auf dem Feld. Janna Schweigmann wurde beim Heimspiel von NawaRo Straubing am Samstagabend gegen Schwarz-Weiß Erfurt zu Beginn des zweiten Satzes ins Spiel gebracht. Im ersten Satz hatte so gar nichts funktioniert bei den Straubingerinnen, unter anderem erwischte der Block zu wenige Bälle, und der Satz ging mit 16:25 verloren. Also musste Trainer Benedikt Frank etwas ändern. Schweigmann, im April gerade einmal volljährig geworden, ersetzte die Norwegerin Kjersti Norveel, die in Teilen zu hektisch agiert hatte. Diesen Wechsel machte Frank nach der Partie als einen der Gründe dafür aus, warum NawaRo in der Folge ganz anders auftrat und das Spiel zu einem 3:1-Heimsieg zum Saisonauftakt drehte.

Schweigmann war zur Stelle und strahlte trotz ihrer erst 18 Jahre eine erstaunliche Ruhe aus. „Janna ist ohnehin eine Spielerin, die nicht mit der Super-Hektik agiert“, sagte Frank. Nachdem die ersten Bälle klappten, war ein gutes Gefühl da. „Dann war das gut von ihr, sie hat toll aufgeschlagen, den Block gehalten“, sagte Frank. Ein paar Fehler seien auch dabei gewesen – aber das sei verziehen. „Sie war präsent, sie war da“, lobte Frank. Unter anderem war sie da, als beim Satzball im zweiten Satz eine Abwehr Erfurts zu nah ans Netz kam – und Schweigmann den Ball zum Satzgewinn ins Feld drückte.

Dass mit der Einwechslung einer Juniorennationalspielerin die Wende kam, könnte ein Hinweis darauf sein, was in dieser Saison auf NawaRo wartet. Denn hinter der ersten Sechs ist das Team sehr, sehr jung. Da tummeln sich so manche Schweigmanns. Also ein tolles Zeichen für Trainer Frank, dass auch die Jungen schon entscheidende Impulse setzen können. „Das ist auch unser Ziel“, sagte er. Die jungen Spielerinnen seien nah dran, manche habe vergangene Woche gar besser trainiert als die Stammspielerinnen. Frank weiß aber auch, dass zwischen Training und Spiel gerade für die jungen Spielerinnen noch ein großer Unterschied ist.

Nervöser Start

Die 183 Zuschauer sahen in der turmair-Halle ein schwankendes erstes Saisonspiel NawaRos. Nach dem verlorenen ersten Satz ließ NawaRo den Gästen mit 25:13, 25:19 und 25:18 in den folgenden drei Sätzen keine wirkliche Chance mehr. „Wir waren alle super aufgeregt, wussten nicht genau, was auf uns zukommt“, sagte Außenangreiferin Anne Hölzig. Man habe hektisch und nicht geordnet agiert. „Erfurt hat uns echt überrumpelt.“ Benedikt Frank ordnete den Start als „komplett nervös“ ein, sein Team sei überfordert gewesen, Erfurt habe „Gas gegeben wie die Feuerwehr.“

Was auffiel, und eigentlich gar nicht zum Naturell des NawaRo-Trainers passt: Benedikt Frank blieb im ersten Satz ganz ruhig, teilweise saß er einfach auf seinem Stuhl. Ganz bewusst habe er diese Form des Coachings gewählt, sagte er später. Denn er hatte mit einem nervösen Beginn gerechnet, schließlich hatten viele Neuzugänge, die zuletzt keine einfache Situation hatten oder sich nun in Straubing beweisen wollen, im ersten Spiel etwas zu verlieren. „Wir haben das gut gelöst, haben ganz viel auf Ruhe gecoacht. Wir wollten, dass die Mannschaft runterkommt, aber aggressiv wird. Und dann wurde es auch aggressiver und aggressiver. Irgendwann wurden die Spielerinnen warm mit der Geschichte hier.“

Gryka und Dreblow führen

Dass die Kehrtwende gelang, machte der Trainer auch an den einzigen beiden Spielerinnen aus der Startformation fest, die schon vergangene Saison in Straubing waren: Zuspielerin Magda Gryka und Libera Sophie Dreblow. „Die beiden wissen, wie es abläuft, müssen aber zusätzlich dem Druck standhalten zu führen. Das haben sie im ersten Satz noch nicht geschafft, ab dem zweiten haben sie geführt. Dann konnten auch die anderen Spielerinnen glänzen.“

Eine davon war Neuzugang Anne Hölzig, die nach dem Spiel als wertvollste Spielerin NawaRos ausgezeichnet wurde - „völlig zurecht“, wie Benedikt Frank einordnete. Für Hölzig war es „ungewohnt, so viele Bälle zu bekommen“, sagte sie. Ihre Rolle in Straubing sei nun eine andere als zuletzt in Potsdam. „Ich übernehme mehr Verantwortung im Spiel. Nicht unbedingt durch die Kommunikation, aber durch meine Position auf dem Feld.“ Das sei neu, in diese Rolle müsse sie hineinwachsen, sie habe aber auch Spaß daran. Spaß will sie mit dem NawaRo-Team auch kommende Woche bei ersten Auswärtsspiel in Wiesbaden haben. „Unser Ziel ist, auch dort Punkte zu holen“, so Hölzig.

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