In der Theorie weiß jeder, wie und was er am liebsten essen möchte: Man schlendert gemütlich über den Wochenmarkt, kauft beim Bio-Bauern seines Vertrauens das frische Obst und Gemüse aus der Region und das Fleisch von Tieren, die artgerecht gehalten wurden. Und gekocht wird alles selber, mit wenig Fett, Salz und Zucker. In der Praxis hingegen schlingt man in der Kantine schnell das Schnitzel oder die Currywurst mit Pommes hinunter - und abends schiebt man die Tiefkühlpizza in die Röhre oder geht zum Italiener um die Ecke.

Der Befund ist nicht neu, aber immer wieder überraschend. In keinem Bereich ist die Schere zwischen dem Bewusstsein und dem tatsächlichen Verhalten so groß wie bei der Ernährung. Das belegt auch der neueste Ernährungsreport von Agrarministerin Julia Klöckner. An Wissen mangelt es den Bundesbürgern nicht, auch nicht an der grundsätzlichen Einstellung. Sie wollen sich gesund ernähren und favorisieren frische, nachhaltig erzeugte und fair gehandelte Lebensmittel. Aber wenn's darauf ankommt, greifen sie zum Billigfleisch an der Supermarkttheke oder zu Fertiggerichten mit hohem Zucker-, Salz- und Fettgehalt. Hauptsache, es schmeckt. Und billiger ist es auch.

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