Erinnerungskultur digital Auf den Spuren der Stolpersteine: Mit einer App können sich Jugendliche auf eine Zeitreise durch Straubing begeben

Interaktive Zeitreise: Dank einer neuen App kann man viel über die Stolpersteine in Straubing erfahren. Foto: Franziska Schrödinger

Marie entdeckt auf dem Boden goldene Steine. Was hat das zu bedeuten? Das Mädchen möchte mehr darüber herausfinden und macht sich auf die Suche. Dank einer neuen App kann man Marie auf ihrem Weg durch Straubing begleiten und interaktiv jede Menge über die Stolpersteine erfahren.

Otto Selz wurde bei Dingolfing ermordet

Marie ist das Mädchen, das durch die virtuelle Smartphone-Rallye führt. Beginn ist in der Oberen Bachstraße, bei den Stolpersteinen im Gedenken an Otto Selz und dessen Familie. Otto Selz gilt als erstes jüdisches Todesopfer der NS-Zeit in Deutschland. 1933 entführten ihn bewaffnete Männer aus seinem Haus und ermordeten ihn in einem Waldstück bei Dingolfing. An ihn und die Millionen Menschen, die während des Nationalsozialismus systematisch ermordet wurden, wird rund um den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erinnert. Der Gedenktag wird jedes Jahr am 27. Januar begangen.

Auch die Stolpersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, Betrachter sollen – auch gedanklich – über diese Steine stolpern, einen Moment inne halten und der ermordeten Kinder, Frauen und Männer gedenken.

In Straubing gibt es 18 Stolpersteine

Die Idee der Stolpersteine geht auf den Künstler Gunter Demnig zurück. Die Steine aus Messing werden vor dem letzten selbst gewählten Wohnort in den Boden eingelassen. In Straubing sind insgesamt 18 Stolpersteine in den Jahren 2008 und 2013 verlegt worden.

Interaktive Elemente wie Quizfragen, Erklärtexte oder Musikstücke der Gruppe „Avanim“ sowie die Illustrationen von Lisa Teresa Gut bereichern die Spurensuche und machen die Zeitreise lebendig.

Der Rundgang ist auf die Dauer einer Schulstunde angelegt, die App, die im Rahmen des Bundesprogramms „Wir sind Straubing“ entstanden ist, ist also auch gut für den Einsatz im Unterricht geeignet. 

Die Spurensuche befindet sich auf der App „Actionbound“. Das Angebot ist kostenlos. Weitere Infos gibt es hier.

 
 
 

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