Ergoldsbach 3.000 Liter Spritzmittel ausgelaufen - mehrere Verletzte

, aktualisiert am 08.05.2019 - 12:42 Uhr
Ein Großeinsatz beschäftigte die Einsatzkräfte in Ergoldsbach bis zum späten Dienstagabend. Foto: rg

Geschätzte 3.000 Liter Pflanzenschutzmittel sind am Dienstagnachmittag gegen 17.30 Uhr im Landkreis Landshut bei Ergoldsbach auf der LA9 zwischen Wölflkofen und Martinshaun ausgelaufen, nachdem die Anhängerspritze eines Landwirtes bei einer Kurvenfahrt umkippte. Nachdem die Feuerwehr am frühen Abend zunächst Entwarnung gab, spitzte sich die Lage um kurz vor 21.30 Uhr noch einmal zu.

Wie die Polizei berichtet, war der 48-jährige Landwirt von Kläham in Richtung Martinshaun unterwegs, als aus noch unbekannter Ursache ein Rad der Anhängerspritze abbrach. Dadurch stürzte sie um und blieb auf der Straße liegen. Die Spritze war mit etwa 4.000 Litern Wasser, versetzt mit etwa 40 Litern Pflanzenschutzmittel, gefüllt. Davon liefen etwa 3.000 Liter aus. 

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr haben am frühen Abend sofort den Wölflkofener Graben, in den das Fungizid sickerte, gestaut und das Wasser mit Pumpen in provisorischen Wasserbecken der Feuerwehr abgepumpt. Damit sollte verhindert werden, dass das Pflanzenschutzmittel in den Goldbach fließt. Auch Vertreter des Landratsamtes Landshut und des Wasserwirtschaftsamtes begutachteten die Lage vor Ort. "Wir haben rechtzeitig alles erwischt und verhindern können, dass die Substanz in den Goldbach gelangte", sagte der Einsatzleiter, Kreisbrandinspektor Johann Haller zunächst.

Doch am Abend spitzte sich die Lage in Ergoldsbach zu. Sieben Feuerwehrmänner und ein Polizist klagten über Augenreizungen und Atembeschwerden. Sie wurden vor Ort ärztlich behandelt und anschließend in eine Klinik gebracht. Bis Mittwochmittag konnten jedoch alle wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Zudem mussten etwa 30 Einsatzkräfte im Anschluss an den Einsatz dekontaminiert werden. Vermutlich hatten sich an der Einsatzstelle Dämpfe gebildet, die die Reizungen bei den Einsatzkräften verursacht haben könnten. Wie es dazu kommen konnte, ist noch nicht klar. Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes entnahmen vor Ort Proben. Der Fahrer des Traktors wurde bei dem Unfall nicht verletzt. 

Zudem begannen die Einsatzkräfte am Abend noch damit, Erdreich abzutragen und abzutransportieren. Umweltschäden sind nach derzeitigen Erkenntnissen nicht zu erwarten. Allerdings wurde die Fahrbahn der Straße bei dem Unfall erheblich beschädigt und daher bis auf weiteres gesperrt. Die Staatsanwaltschaft Landshut hat ein Gutachten zum Unfallhergang angeordnet. 

Alle Einsatzfahrzeuge, die vor Ort waren, wurden anschließend abgespritzt. Alle Feuerwehrkräfte, die vor Ort im Einsatz waren, werden vorsorglich in regelmäßigen Abständen untersucht. Im Einsatz war auch der Dekontaminationstrupp aus Landshut.

Lesen Sie dazu auch: Großeinsatz verhindert Katastrophe auf idowa.plus.

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