Erfolgreicher Saisonauftakt Tigers gewinnen Heimderby gegen Nürnberg mit 5:2

Die Straubing Tigers haben beim Saisonauftakt die Ice Tigers aus Nürnberg besiegt. Foto: fotostyle-schindler.de

Die Straubing Tigers gewinnen Heimderby gegen Nürnberg mit 5:2 – Straubings Kapitän Sandro Schönberger mit richtungsweisendem Bauerntrick im Schlussdrittel.

Die Straubing Tigers sind nach ihrem Höhenflug in der Champions Hockey League am Freitagabend mit einem 5:2-Derbysieg über Nürnberg in die neue DEL-Spielzeit 2022/23 gestartet. Dabei entschieden die Niederbayern in einer zum Ende hin turbulenten Begegnung jedes Drittel mit einem Tor Unterschied für sich. Nach einem Doppelschlag der Gäste in der 45. Spielminute führte einmal mehr Kapitän Sandro Schönberger in seiner unnachahmlichen Art die Niederbayern endgültig auf die Siegerstraße.

In seiner Aufstellung verzichtete Straubings Cheftrainer Tom Pokel aufgrund der DEL-Regelungen auf den überzähligen Kontingentverteidiger Trent Bourque und auf den überzähligen Ü23-Spieler Benedikt Kohl (ebenfalls Abwehr). Dafür standen die beiden Defensivtalente Mario Zimmermann und Adrian Klein im Aufgebot der Tigers. Im Sturm rückte der zuletzt gegen Karlstad geschonte Spielmacher Mike Connolly zurück in die Paradeformation um Jason Akeson und Luke Adam. Bastian Eckl blieb nur der Platz auf der Tribüne. Sowohl in der Defensive als auch in der Offensive vertraute Pokel ansonsten weitestgehend den in der Vorbereitungsphase eingespielten Duos hinten und Trios vorne. Solange es keine Verletzten im Lager der Niederbayern gibt, hat der Straubinger Head Coach eben die „Qual der Wahl“.

Tigers gehen früh in Führung

Straubing startete druckvoll und Nürnberg nahm das laufintensive Spiel der Hausherren an. Ein äußerst gelungener Gegenangriff der Niederbayern in der sechsten Spielminute sorgte dann für die frühe Führung. Nach Diagonalpass von Jason Akeson auf den mitstürmenden Luke Adam war die Nürnberger Abwehr ausgehebelt. Mike Connolly musste vor dem Tor der Franken den Querpass von Adam nur noch über die Linie schieben. Ein äußerst sehenswerter erster Saisontreffer der Niederbayern. In der Folge hatte aber durchaus auch Nürnberg sehr gute Abschlussmöglichkeiten. Besonders in der 13. Spielminute war Straubings Torhüter Hunter Miska mit dem Glück im Bunde, denn die Scheibe sprang vom Pfosten auf der Linie entlang zurück, ehe der US-Amerikaner den Puck sichern konnte. Die Nürnberger Spieler hatten derweil schon über den vermeintlichen Ausgleich gejubelt. So aber blieb es bis zur ersten Drittelpause bei der knappen Führung für die Hausherren.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts hatte das Spiel seine bisher schwächste Phase. Beiden Teams gelang im Vorwärtsgang wenig, auch ein Straubinger Überzahlspiel verstrich ohne größere Chance. Doch dann rüttelten ausgerechnet die Unparteiischen beide Teams wieder wach: Nach einem Check gegen den Kopf des gefrusteten Akeson, der zuvor einen Stockschlag ausgeführt hatte, wanderte einzig der DEL-Top-Scorer der Saison 2021/22 auf die Strafbank. Und schon war das Publikum wieder da – genauso wie die Teams. Die Partie war ab diesem Zeitpunkt eine ganze Spur giftiger. Eher entgegen kam das jedoch den Tigers, die die folgende Unterzahlsituation überstanden und dabei in Person von Taylor Leier sogar noch eine Großchance ausließen. Dessen Schuss aus der Drehung strich haarscharf am Nürnberger Gehäuse vorbei. Wenig später saß dann ein Zwei-auf-eins-Konter der Tigers: Parker Tuomie bediente mustergültig den mitgesprinteten JC Lipon, der keine Mühe hatte, auf 2:0 für Straubing zustellen. Das erste DEL-Tor des kanadischen Tigers-Neuzugangs aus der KHL. In einer fortan deutlich nickligeren Partie fielen keine weitere Treffer im zweiten Abschnitt, sodass es beim Stand von 2:0 für Straubing ein zweites Mal in die Kabinen ging.

Spektakuläres Schlussdrittel

Es sollte ein spektakuläres Schlussdrittel auf die Zuschauer warten – mit einem Highlight gleich zu Beginn: Adam fing den Puck in der 42. Minute in der eigenen Zone ab und verwertete den Gegenangriff mit einem sagenhaften Handgelenksschuss unter die Querlatte selbst zum 3:0 für die Niederbayern. Der verdutzte Niklas Treutle im Tor der Nürnberger hatte das Nachsehen. Es folgte die beste Phase der Gäste, die nun – mit dem Mute der Verzweiflung – alles nach vorne warfen und jeden Puck in Richtung Tigers-Gehäuse brachten. Der Lohn waren zwei Treffer innerhalb von nur 37 Sekunden zum 2:3-Anschluss der Gäste. Extrem wichtig dann – nach einer Auszeit durch Tigers-Coach Pokel – der Treffer zum 4:2 für die Hausherren. Kapitän Sandro Schönberger machte da weiter, wo er letzte Saison aufgehört hatte: Mit dem Erzielen wichtiger Tore. Der „Capitano“ narrte dabei zunächst seinen Gegenspieler hinter dem Nürnberger Gehäuse mithilfe eines Doppelpasses mit dem hinteren Torgestänge. Und auch gegen seinen anschließenden Bauerntrick war kein Kraut gewachsen. Die erneute Zwei-Tore-Führung half den Straubingern sichtlich dabei, wieder mehr Kontrolle über eine im Schlussabschnitt äußerst rasante Partie zu gewinnen. Und so konnte Taylor Leier im letzten Powerplay der Partie den 5:2-Endstand klarmachen, als er eine schöne Überzahlkombination erfolgreich abschloss. Alles in allem ein gelungener Saisonauftakt für die Niederbayern mit wichtigen drei Derbypunkten.

"Das war ein echtes Derby und spannendes Zwei-Wege-Eishockey. Wir hatten einen guten Start, aber dann kam Nürnberg zu einfach durch die neutrale Zone. Wir haben zu viel zugelassen. Es gab eine Phase, in der Nürnberg die schnellere und bissigere Mannschaft war. Wir wissen, wir können besser spielen, denn wir haben zu viele Fehler gemacht. Wir sind dennoch sehr froh über die drei Punkte. Aber wir wissen, dass wir uns steigern können. Denn Nürnberg war heute besser in den Zweikämpfen", sagte Straubings Coach Pokel nach der Partie. Am Sonntagnachmittag geht es für die Tigers bereits um 14 Uhr mit dem ersten Auswärtsspiel der neuen DEL-Saison weiter. Dann sind die Niederbayern beim Aufsteiger von 2021, den Bietigheim Steelers zu Gast.

 
 
 

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