Erdstoß der Stärke 7,2 Bange Sekunden nach Erdbeben in Mexiko

Vielen Mexikanern steckt die Angst seit den schweren Beben vor einem knappen halben Jahr noch in den Knochen - da zittert schon wieder die Erde. Damals gab es Hunderte Tote, Tausende wurden obdachlos. Diesmal kommen die Menschen wohl mit dem Schrecken davon.

Mexiko-Stadt/Pinotepa Nacional - Fünf Monate nach zwei verheerenden Beben mit Hunderten Toten hat ein erneuter Erdstoß in Mexiko für Angst und Schrecken gesorgt. Diesmal ging es aber glimpflich aus: Todesopfer oder schwere Schäden wurden nicht gemeldet. In fast einer Million Haushalte fiel allerdings vorübergehend der Strom aus.

Das Zentrum des schweren Bebens der Stärke 7,2 am frühen Freitagabend (Ortszeit) lag etwa zehn Kilometer südlich der Stadt Pinotepa Nacional im Bundesstaat Oaxaca im Süden des Landes, wie die mexikanische Erdbebenwarte mitteilte. Es wurden 389 Nachbeben registriert, das heftigste mit einer Stärke von 5,9.

Nahe dem Zentrum in Oaxaca wurden einige Schäden an Gebäuden gemeldet. Zwei Menschen erlitten Knochenbrüche. "Alle Leute sind auf die Straße gerannt. Es gab Alarm, Panik, Angst", sagte Roxana Hernández in der Stadt Juchitán. Einige Krankenhäuser wurden evakuiert.

Helikopter mit Innenminister Alfonso Navarrete Prida abgestürzt

Ausgerechnet als Innenminister Alfonso Navarrete Prida in Pinotepa Nacional einflog, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen, kam es doch noch zu einem Unglück. Der Pilot des Hubschraubers verlor kurz vor der Landung die Kontrolle, der Helikopter stürzte auf den letzten Metern ab. Dabei kamen zwei Menschen, die am Boden die Ankunft des Ministers erwartet hatten, ums Leben, wie das Innenministerium mitteilte. Weitere Personen wurden verletzt.

Auch in der rund 500 Kilometer entfernten Hauptstadt war das über eine Minute dauernde Erdbeben noch deutlich zu spüren. Viele Menschen rannten in Panik auf die Straße, als die Sirene des Warnsystems ertönte. "Wir haben uns sehr erschreckt und das Gebäude verlassen", sagte eine junge Frau auf der Geschäftsstraße Paseo de la Reforma im Zentrum der Stadt. "Ich will mit meinem Vater sprechen. Ich will wissen, ob es allen gut geht."

450 Tote bei Beben im September

Im September 2017 war Mexiko innerhalb weniger Tage von zwei schweren Erdbeben in Oaxaca und im Zentrum des Landes rund um die Hauptstadt erschüttert worden. Dabei kamen insgesamt über 450 Menschen ums Leben. Zahlreiche Häuser wurden zerstört und Tausende Menschen obdachlos.

In Mexiko ereignen sich immer wieder heftige Beben. So kamen dabei 1985 in Mexiko-Stadt mindestens 10.000 Menschen ums Leben. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist.

 
 
 

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