Energiekrise So steht es um die Passauer Gasversorgung

Auch in Passau ist es ratsam, jetzt schon Gas zu sparen. (Symbolbild) Foto: Andreas Reichelt

Die Energiekrise nimmt in Deutschland immer mehr Fahrt auf, die Abhängigkeit von Russland wächst sich derzeit zu einem ernsten Problem aus. Wie steht es um die Gasversorgung der Stadt Passau? Wir haben nachgefragt.

Im Winter ist es naturgemäß kalt. Wer seine Wohnung mit Gas auf Raumtemperatur bringen möchte, könnte bald vor einem Problem stehen. Auch in der Dreiflüssestadt. "Die Stadtwerke Passau GmbH (SWP) steht als städtischer Hauptversorger, wie die vielen anderen Versorgungsunternehmen auch, vor unvorhersehbaren Entwicklungen", teilte die Stadt am Montag mit. "Zum jetzigen Stand ist die Gasversorgung für die Haushaltskunden der SWP gesichert, solange die Vorlieferanten alle Verträge erfüllen."

Das rund 450 Kilometer lange Gasnetz der Stadt speichert etwa 37.500 Kubikmeter des Brennstoffs. Bereits an einem Sommertag liegt der Verbrauch aber bei circa 50.000 Kubikmetern. "Infolgedessen könnte die Versorgung der Stadtwerkekunden bei einem völligen Ausfall der Gaslieferungen rund 18 Stunden aufrechterhalten werden", so die Mitteilung weiter. Im Winter liegt der Verbrauch bei satten 250.000 Kubikmetern. Dann seien die Reserven bereits nach dreieinhalb Stunden erschöpft. Erfahrungsgemäß dauert der Winter jedoch länger als dreieinhalb Stunden.

"Bereits jetzt sollten Verbraucher sparen", erklärt Maria Proske von der Pressestelle der Stadt Passau im Telefoninterview. "Die Bundesregierung füllt derzeit die Speicher in Deutschland, da hilft also jede Einsparung auch jetzt schon mit."

Darüber hinaus gibt es wenig Möglichkeiten. "Mann kann in diesen Zeiten schwer sinnvoll raten", so Maria Proske weiter. "Selbst wenn mann auf Wärmepumpen oder dergleichen umstellen möchte, wird man kaum schnell genug Material und Handwerker bekommen."

Versorger in der Pflicht

Das Gasnetz der SWP verfügt zwar über kleinere Speicher, diese dienen aber nur der Druckstabilisierung. "Längere Ausfallzeiträume können damit aber nicht überbrückt werden", so die schriftliche Mitteilung der Stadt.

Die Hoffnung ruht daher auf dem Notfallplan der Bundesnetzagentur. Derzeit befindet sich der hier in der Stufe zwei von drei. "Die Gasversorger sind hier bereits zu einer umfassenden Unterstützung des Ministeriums verpflichtet.
Die höchste Eskalationsstufe (Notfallstufe) steht dann im Raum, wenn eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas, eine erhebliche Störung der Gasversorgung oder eine andere erhebliche Verschlechterung der Versorgungslage vorliegt. Dann greift auch der Staat selbst in den Markt ein, indem die Bundesnetzagentur zum Bundeslastverteiler wird", so die Stadt weiter.

Doch als Privatperson unterliege man der Stadt zufolge einem gesonderten Schutz: "Bestimmte Verbrauchergruppen sind dabei gesetzlich besonders geschützt, sie sind möglichst bis zuletzt mit Gas zu versorgen. Dazu zählen private Haushalte, soziale Einrichtungen wie etwa Krankenhäuser und Gaskraftwerke, die zugleich der Wärmeversorgung von Haushalten dienen."

Fazit: Sparen, sparen, sparen

Auf ihrer Website fasst die Bundesnetzagentur die Strategie zusammen: "Wir müssen Gas zukaufen, Gas einsparen und Gas einspeichern", so Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Was bedeutet das nun für die Passauer Bürger? Die Lage ist unklar, Prognosen sind schwer zu stellen. Doch jedes Gasmolekül, das jetzt nicht verbraucht wird, kann auch sie über den Winter bringen. Daher bleibt die Devise der Versorger: sparen, sparen, sparen.

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