Die Sonne ist untergegangen. Imam Mushin Özen ist zu Gast bei Familie Demir. Er singt einen Gebetsspruch. Alle breiten dabei die Hände mit den Handflächen nach oben aus. Danach wird gegessen. Tagsüber verzichteten sie während des Fastenmonats Ramadan 18 Stunden lang - wie viele andere Muslime - auf Essen und Trinken. Das Fastenbrechen war wieder nur im kleinen Kreis erlaubt. Am Abend des 12. Mai endet die 30-tägige Fastenzeit.

"In diesem Jahr ist es das zweite Mal, dass wir coronabedingt auf Gemeinschaft verzichten müssen", erzählt Attila Yilmaz, Sprecher der Islamischen Gemeinde in Neufahrn in Niederbayern. "Mir haben die normalen Zusammenkünfte gefehlt. Eigentlich gehören die Treffen mit Freunden und Familie zum Ramadan dazu", sagt er.

"Die große Mehrheit der Muslime in Deutschland fastet", sagt Yüksel Demir, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde Neufahrn, die dem Dachverband DITIB angehört. 30 Tage dauert der Fastenmonat Ramadan. Während dieser Zeit verzichtet ein gläubiger Muslim nicht nur auf Essen und Trinken, sondern auch auf Nikotin, Alkohol und die Annäherung zur Frau.