"Emotionalität und Ausstrahlung" NawaRo Straubing verpflichtet Außenangreiferin Julia Wenzel

"Gerade auf dem Spielfeld zeige ich gerne Emotionen – dann macht’s einfach mehr Spaß", sagt NawaRos neue Außenangreiferin Julia Wenzel. Foto: imago

Nawaro Straubing hat Außenangreiferin Julia Wenzel aus Stuttgart verpflichtet. Trainer Benedikt Frank attestiert ihr "großes Potenzial".

Erstliga-Aufsteiger NawaRo-Straubing hat eine weitere Spielerin für den Kader der kommenden Saison verpflichtet. Von Allianz MTV Stuttgart wechselt die Außenangreiferin Julia Wenzel, deren Vorname aufgrund ihrer italienischen Wurzeln „Tschulia“ gesprochen wird, nach Niederbayern. „Sie bringt großes Potenzial mit“, sagt Trainer Benedikt Frank über den Neuzugang.

Die 20-Jährige wurde in München geboren, zog später nach Stuttgart. Hier ging sie auf eine Sportschule und war zunächst eine leidenschaftliche Turnerin. „Mein Papa wollte schon immer, dass ich Volleyball spiele. Aber davon wollte ich zunächst nichts wissen“, erzählt sie mit einem Lächeln. Erst als sie sich mit Mitschülerinnen anfreundete, die Volleyball spielten, schaute sie auch einmal im Training vorbei und entschied sich schnell, hier in den Leistungsbereich einzusteigen. Da ihre Teamkameradinnen bereits drei Jahre mehr Erfahrung hatten, konnte sie einiges lernen. „Wenn man gegen Bessere spielt, wird man selbst automatisch besser“, sagt sie.

In Stuttgart bis zur ersten Mannschaft

Über den Bundesstützpunkt ging es für Wenzel bis zur ersten Mannschaft von Allianz MTV Stuttgart, eines der Top-Teams in Deutschland, und in die Junioren-Nationalmannschaft. Vorletzte Saison spielte sie noch meist im Bundesstützpunkt, hatte aber ein Doppelspielrecht für die erste Mannschaft. Vergangene Saison spielte sie für die zweite Mannschaft in der zweiten Liga und begann nebenbei intensiv mit Beachvolleyball. Die Idee dazu hatte sie schon länger, wollte sie aufgrund der Erfolge in der Halle aber nicht in die Tat umsetzen.

In Stuttgart hat Wenzel viel von ihren Mitspielerinnen gelernt. Vorletzte Saison waren fast nur ausländische Spielerinnen im Stuttgarter Kader. „Ich war das Küken und habe sehr viel mitgenommen aus dem Jahr“, berichtet sie. Vor allem die Trainingseinstellung der Mitspielerinnen sei eine ganz andere gewesen, als sie es bis dahin gewohnt war. „Da habe ich gelernt, auch im Training sehr fokussiert zu sein, was bei Jugendspielerinnen manchmal auch schwierig sein kann.“ Ihre Überzeugung: „Die Spiele werden schon im Training entschieden.“

"Atmosphäre wie in der 1. Liga"

Eine ihrer Mitspielerinnen in Stuttgart war Karmen „Kiki“ Kocar, ehemalige Zuspielerin bei NawaRo. Von ihr hat sie schon erste Informationen über Straubing erhalten. Zudem spielte sie vergangene Saison mit der zweiten Mannschaft Stuttgarts hier. „Bei uns in Stuttgart bestand der Fanblock meistens nur aus den Eltern und Freunden. Aber hier herrschte eine Atmosphäre wie in der 1. Liga. Das war mega cool, hier zu spielen.“ Julia Wenzel ist eine Spielerin, die gut in diesen Hexenkessel passen könnte. „Ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Gerade auf dem Spielfeld zeige ich gerne Emotionen – dann macht’s einfach mehr Spaß.“ Auch Trainer Benedikt Frank sagt: „Sie bringt genau die Emotionalität und Ausstrahlung mit, die wir haben wollen. Sie passt sehr gut in unser Team.“

Ob sie nach Straubing wechselt, war für sie dennoch nicht sofort klar. Vor einem Jahr war sie schon einmal mit NawaRo in Kontakt, damals lehnte sie einen Wechsel noch ab. „Da hat sie sich noch nicht ganz getraut, ihre Heimat zu verlassen. Man darf nicht vergessen, dass das für die jungen Spielerinnen ein großer Schritt ist“, sagt Frank. Dieses Jahr schwankte Wenzel, ob sie sich nicht doch voll auf den Beachvolleyball fokussieren solle. Vor drei Wochen fiel die Entscheidung. „Am Montag hatte ich mich eigentlich für Beachvolleyball entschieden, aber am Dienstag habe ich dann in Straubing zugesagt“, berichtet sie von ihrer spontanen Entscheidung. Im Nachhinein, ist sie sicher, war es der absolut richtige Entschluss: „Es war ein innerer Kampf. Aber wenn ich die Chance, in Straubing erste Liga zu spielen, nicht genutzt hätte, dann hätte ich es irgendwann bereut. Denn das war schon immer mein Traum.“ Kurz hat sie in den vergangenen Tagen in Straubing vorbeigeschaut und den Umzug geregelt. Ihre ersten Eindrücke waren dabei durchweg positiv: „Die Stadt ist echt schön, fein, klein und schnuckelig. Ich fühle mich ein bisschen, als wäre ich im Urlaub.“

 
 

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