ALEX BEG verdonnert Länderbahn zu Millionenstrafe

Die Länderbahn ALEX mit Hauptsitz in Viechtach muss blechen. Foto: dpa

Millionenstrafe für die Länderbahn. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) vermeldete dies in einer Pressemitteilung am Donnerstag. Demnach wurden die "anhaltenden und für die Fahrgäste untragbaren Qualitätsprobleme schriftlich abgemahnt".

Die BEG schreibt, es sei von Anfang an zu Zugausfällen, massiven Verspätungen und Abweichungen von der vertraglich vereinbarten Regelzugbildung gekommen. "Darüber hinaus waren Fahrzeuge abgesperrt, Heizungen, Türen oder Toiletten defekt und die mangelnde oder nicht korrekte Fahrgastinformation verärgerte die Fahrgäste."

Fehlende, defekte Loks in erheblicher Anzahl sowie Personalmangel verschärften die Situation, insbesondere in den Sommermonaten. Etliche Züge mussten ausfallen, der teilweise erst auf Drängen der BEG eingerichtete Schienenersatzverkehr mit Bussen bot keinen adäquaten Ersatz. Während die Probleme zunächst insbesondere beim Alex-Nord für die Fahrgäste spürbar waren, wurde nach und nach auch der Alex-Süd in Mitleidenschaft gezogen. Hier traf es insbesondere den Ausflugsverkehr am Wochenende. Aber auch die Pendler waren unter anderem von den dauerhaften Abweichungen von der vereinbarten Regelzugbildung massiv betroffen.

Seit Betriebsstart im Dezember 2017 führt die BEG regelmäßige Gespräche mit den Verantwortlichen der Länderbahn und fordert nachhaltige Maßnahmen zur Verbesserung der Betriebsqualität für die Fahrgäste. Gleichzeitig hat die BEG mehrfach Fahrplan-anpassungen vorgenommen, um die Betriebsstabilität zu erhöhen. Nachdem die bisher eingeleiteten Maßnahmen keine nachhaltige Verbesserung bewirkt haben, hat die BEG nun einen neutralen, externen Berater beauftragt, der die Länderbahn unterstützen, eine objektive Betrachtung der Gesamtsituation vornehmen und gemeinsam mit allen Beteiligten Schwachstellen identifizieren sowie Lösungsansätze finden soll.

Dies betrifft alle Prozesse, von der Instandhaltung der Fahrzeuge über die betriebliche Disposition und die Personalsituation bis hin zur Fahrplangestaltung. Auch die Infrastrukturbetreiber auf deutscher und tschechischer Seite werden mit einbezogen, da sie insbesondere durch ihre Bautätigkeiten einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Pünktlichkeit der Züge haben. Letztlich erwartet die BEG bis Ende des Jahres einen Maßnahmenkatalog, mit dessen schnellstmöglicher Umsetzung endlich merkliche Verbesserungen für die Fahrgäste erzielt werden sollen. Als Berater wurde die Firma Molinari Rail als ausgewiesener Experte in allen Bereichen des Eisenbahnwesens beauftragt, die Finanzierung erfolgt durch die BEG.

Unabhängig davon erhebt die BEG alle vorgesehenen Vertragsstrafen, beispielsweise wenn die vertraglich vorgegebenen Pünktlichkeitswerte nicht erreicht werden oder die vertraglich vereinbarte Regelzugbildung nicht eingehalten wird. Ausgefallene Zugleistungen werden grundsätzlich nicht vergütet, und für den Schienenersatzverkehr mit Bussen erhält die Länderbahn lediglich ein erheblich reduziertes Entgelt. Darüber hinaus werden im Rahmen des Qualitätsmesssystems der BEG qualitätsrelevante Kriterien wie die Sauberkeit und Funktionalität der Fahrzeuge und die Fahrgastinformation im Zug überprüft. Auch hier werden Vertragsstrafen erhoben, falls die Ergebnisse nicht den vertraglich vereinbarten Qualitätsstandards entsprechen. Die BEG geht insofern davon aus, dass die Länderbahn damit einen erheblichen finanziellen Anreiz hat, eine qualitativ gute Verkehrsleistung zu erbringen - insbesondere da in diesem Jahr bereits Vertrags-strafen in Millionenhöhe an die BEG entrichtet werden müssen.

 

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