Ein Sieg fehlt noch Eisbären Regensburg stehen kurz vor dem Aufstieg

Eisbären-Torwart Patrick Berger (l.) zeigt in Memmingen eine strake Leistung. Auch deshalb stehen die Regensburger kurz vor dem Aufstieg. Foto: imago

Auch der dritte Vergleich im Finale der Eishockey-Oberliga war ein würdiger, denn am erneut mit 3700 Zuschauern ausverkauften Hühnerberg in Memmingen wurde den Zuschauern über 70 Minuten ein hochklassiger Kampf geboten. Das 1:1 aus dem ersten Drittel hielt bis zum Ende und so ging es im Allgäu erneut in die Overtime. Diesmal fiel der Treffer für die Eisbären Regensburg, die nach dem 2:1 (1:1, 0:0, 0:0, 1:0)-Sieg nun am Freitag zu Hause tatsächlich diese Spielzeit mit dem Titelgewinn und dem Aufstieg krönen können.

Die Oberpfälzer konnten den Schwung aus Spiel zwei mit nach Memmingen nehmen. Nachdem man am Sonntag lange dem 0:1 hinterhergelaufen war und kurz vor Schluss doch noch zum Erfolg kam, gingen die Eisbären mit viel Power in das Duell am ausverkauften Hühnerberg. Alle Diskussionen wegen der nicht vorhandenen Trainingsmöglichkeit in Regensburg und der nötigen Fahrt nach München am Donnerstag, um dort eine Einheit auf dem Eis absolvieren zu können, waren offensichtlich schnell vergessen.

Trainer Max Kaltenhauser hatte beim Heimsieg im Schlussdrittel etwas umgestellt. Heger tauschte mit Ontl die Sturmreihe und damit schien der Coach zufrieden. Denn diese Änderung behielt er bei, dazu kehrte Bühler für Kroschinski zurück in den Kader.

Gajovsky trifft im Nachschuss

Auch Memmingens Coach Waßmiller beließ es bei den Blöcken vom Sonntag. Wie gewohnt versuchten seine Spieler vorerst, die eigene Zone zu sichern. Die Regensburger wurden gut attackiert und immer wieder nach außen abgedrängt, aber auch die Oberpfälzer Defensive gab wenig Raum für Angriffe. Erstmals richtig eingreifen musste Memmingens Torwart Eisenhut in der 9. Minute beim Versuch von Plihal. Diesen Abschluss konnte er noch parieren, aber schon die nächste Aktion brachte Erfolg: Gajovsky scheiterte mit seinem Schuss erst noch, doch der eigene Nachschuss fand den Weg ins Ziel.

Memmingen versuchte, schnell zu antworten und hatte durch Pekr direkt nach Wiederbeginn die Chance zum Ausgleich, diese wurde aber vergeben. Dann übernahmen wieder die Eisbären. Eisenhut musste stark gegen Schwamberger und Plihal retten und auch den Nachschuss von Stöhr hatte der Sohn des ehemaligen Regensburger Stürmers Günther "Daddy" Eisenhut.

Beim nächsten Abschluss stand dann nur die Latte dem 2:0 im Weg. Erst nach diesem Weckruf kamen die Hausherren richtig ins Laufen. Eisbären-Keeper Berger hielt hervorragend gegen Topol und auch sonst gerieten die Oberpfälzer stark unter Druck. Die Bemühungen der Hausherren wurden wenig später durch das 1:1 des Deutsch-Ungarn Donat Peter belohnt. Weil kurz vor der Pause Plihal auf der Gegenseite nur die Querlatte traf, ging es leistungsgerecht mit einem Remis in den zweiten Abschnitt.

Immer wieder das Gestänge

Dieses Ergebnis hatte auch zwanzig Minuten später noch Bestand, denn nach Wiederbeginn leisteten sich beide Teams einige Ungenauigkeiten im Vorwärtsgang und dazu standen die Defensivreihen sehr kompakt und auch die Schlussmänner leisteten ganze Arbeit.

Nach der zweiten Pause ging es wieder hitziger zur Sache. In der 41. Minute ließen die Eisbären ein weiteres Mal das Gestänge des Memminger Kastens klingeln. Der Abend wurde immer mehr zu einer Nervenschlacht, in dem beide Mannschaften dann doch langsam den Druck erhöhten und sich dafür auch mehr Lücken boten. So entwickelte sich noch ein echter Schlagabtausch mit tollen Chancen hüben wir drüben. Auf Memminger Seite wurde Pfalzers Versuch geblockt, Ahlroth und Pohl verzogen knapp. Die beste Möglichkeit ließ sich dann Hafenrichter entgehen, der allein vor Berger auftauchte, aber ebenfalls haarscharf das Gehäuse verfehlte. Bei den Regensburgern waren Divis und Gajovsky dem möglichen Siegtreffer am nächsten, doch auch sie blieben erfolglos.

Schembri, der Erlöser

So ging es, wie schon am Freitag an gleicher Stelle, erneut in die Overtime. Auch diesmal versuchten es die Indians mit viel Power und Tempo. Pekr brach durch, verzog aber. Pohl hämmerte die Scheibe an die Latte. Auch bei einer Vier-gegen-vier-Situation, als Gulda und Stange nach einer Rangelei in die Kühlbox mussten, wollte der Treffer nicht fallen.

Doch in der 70. Minute wurden die mitgereisten Eisbären-Anhänger erlöst: Schembri, der schon im Achtelfinale das entscheidende Spiel in der Verlängerung entschied, brachte auch diesmal für seine Mannschaft den Sieg.

Nun haben die Regensburger eine tolle Ausgangslage. 21 Jahre nach dem Aufstieg in die 2. Liga 2001 im Heimspiel gegen Duisburg, kann an gleicher Stelle erneut dieser Sprung gelingen. Am Freitag ab 20 Uhr wollen die Eisbären vor ausverkaufter Halle den entscheidenden Schritt machen.

Memmingen Indians - Eisbären Regensburg 1:2 n.V. (1:1, 0:0, 0:0, 0:1)

Memmingen: Eisenhut - Kittel, Svedlund; Raab, Kasten; Jiranek, Schirrmacher; Bergen - Hafenrichter, Peter, Pohl; Topol, Ahlroth, Pekr; Nirschl, Lukes, Pfalzer; Abstreiter, Huhn, Stange

Regensburg: Berger - Gulda, Heider; Weber, Bühler; Schütz, Schiller; Schlauderer, Wagner - Divis, Gajovsky, Heger; Flache, Keresztury, Ontl; Schembri, Schwamberger, Schmidt; Plihal, Schmid, Stöhr

Tore: 0:1 (09:36) Gajovsky (Heger), 1:1 (16:38) Peter (Hafenrichter, Pohl), 1:2 (69:46) Schembri (Schmidt) - Schiedsrichter: Carsten Lenhart (Kassel) / Robert Ruhnau (EC Bad Nauheim) - Strafminuten: Memmingen 2 / Regensburg 2 - Zuschauer: 3700 (ausverkauft)

 
 
 

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