Bayerns Mythen zum Doppeljubiläum: das älteste Gasthaus der Welt steht in Eilsbrunn.

200 Jahre Verfassung und 100 Jahre Freistaat: Fast wären diese denkwürdigen Daten im Wahlkampfgetöse um das Maximilianeum untergegangen. Man schrieb das Jahr 1818, als König Max I. Joseph seinen Bayern eine "moderne" Gesetzgebung bescherte. Zwar hielt der Herrscher an der Monarchie fest, das Sagen hatte fortan jedoch ein aus zwei Kammern bestehendes Parlament. Die Könige wurden nicht mehr gekrönt, sondern schwörten auf die Verfassung. Nach vierjährigem Weltkrieg setzte der Sozialist Kurt Eisner 1918 König Ludwig III. ab. Der Freistaat war geboren. Seitdem schwärmen Einheimische vom "Mythos Bayern" und Millionen von Touristen eilen herbei.

Nach der Mythensuche im niederbayerischen Weltenburg wenden wir uns dem Oberpfälzer Dorf Eilsbrunn zu. Der rund 1.200 Einwohner zählende Ort liegt gar schön an der Schwarzen-Laber-Schleife des Jurasteigs. In seiner behutsam sanierten Mitte stehen Zwiebelturm-Kirche, Pfarrhaus und Schule gleich neben dem behäbigen Gasthof Röhrl. Hier gibt es sie noch, die klerikal-weltliche Allianz aus Hochamt und Frühschoppen. Nach der Beichte aller lässlichen Sünden kann man am Biertisch erneut "d'Leit" ausrichten, weil ja jeder Grant ein Ventil braucht.

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