Ecstasy statt Champagner Toter nach Lokal-Besuch: Ermittler veröffentlichen weitere Details

Absperrband der Polizei ist vor einem Lokal in der Innenstadt angebracht. Nach einem Restaurantbesuch ist ein 52-Jähriger möglicherweise an einer Vergiftung gestorben. Sieben weitere Personen seien verletzt worden, einige sogar schwer, teilte die Polizei am 13. Februar mit. Foto: Armin Weigel/dpa

Ecstasy statt Champagner: Ein Restaurantbesuch hat am zweiten Februar-Wochenende in Weiden einem Mann das Leben gekostet, sieben weitere Menschen erkrankten schwer. Grund dafür war ein Champagner, der gar keiner war. Nun hat die Oberpfälzer Polizei weitere Details zu dem Vorfall veröffentlicht.

Dramatische Szenen spielten sich in der Nacht zum 13. Februar in Weiden ab. Mehrere Gäste eines Lokals am Unteren Markt klagten über starke gesundheitliche Probleme. Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr und des Rettungsdienstes rückten aus. Sie fanden mehrere verletzte Personen, die teilweise schon am Boden lagen. 

Ermittlungen ergaben, dass die acht Personen, die unter gesundheitlichen Problemen litten, zuvor gemeinsam eine Flasche Champagner getrunken hatten, die sie im Restaurant bestellt hatten. Einer der acht starb noch in der Nacht zum Sonntag, sieben weitere wurden mit teilweise schweren Krankheitssymptomen im Krankenhaus behandelt. Inzwischen konnten sie das Krankenhaus jedoch verlassen.

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Laut Untersuchungen eines Labors befand sich in der Champagnerflasche gar kein Champagner, sondern die chemische Substanz MDMA - oft auch Ecstasy genannt. Die Flüssigkeit in der Flasche hatte eine rötlich-braune Farbe, die aber bereits nach kurzer Zeit nachdunkelt. Der Inhalt der Champagnerflasche hatte keinen auffälligen chemischen, sondern einen aromatisch-fruchtigen Geruch, allerdings war dieser nicht „champagnerartig“. Die Flüssigkeit enthielt keine Kohlensäure und perlte auch nicht, wie für Champagner üblich.

Die Champagnerflasche wurde bereits einige Zeit vor dem Vorfall am 13. Februar auf einer Online-Plattform gekauft. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen ergab sich kein Verdacht, dass sich Personen in Weiden strafbar gemacht hätten. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Flasche im guten Glauben daran, ein Originalprodukt erworben zu haben, ausgeschenkt wurde.

Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, die Personen zu finden, die für die Manipulation der Champagnerflasche verantwortlich sind.

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