Dubai Wolkenkratzer, höher und höher

Die Skyline von Dubai. Foto: visitdubai FTP

Der Wind weht Muster in den feinen Sand, zaubert lange Schatten, Strukturen und Konturen auf die Abhänge der Dünen. So sah es noch vor wenigen Jahrzehnten in Dubai aus, bevor die erste Ölquelle entdeckt und später der Bauboom einsetzte.

Doch mittlerweile ist die Stadt zur Millionenmetropole herangewachsen, in der sich modernste Wolkenkratzer aneinanderreihen. Aber trotz Moderne hat die Wüstenstadt ihre Traditionen bewahrt. Täglich lässt er sich bewundern: der höchste Turm der Welt, Burj Khalifa. Wahre Meisterleistungen müssen die Bauarbeiter vollbracht haben, als sie täglich in die schwindelerregende Höhe stiegen, um tausende Tonnen Beton und Stahl zu verarbeiten. Insgesamt sieben Jahre hat der Bau gedauert und so viel Geld verschlungen, dass der Scheich aus Abu Dhabi finanziell aushelfen musste.

Die Fahrt mit dem Lift nach oben dauert eine knappe Minute. "At the Top" heißt das 124. Stockwerk mit Rundumpanorama in 452 Metern Höhe. Von der Aussichtsplattform kann der Besucher einen grandiosen Ausblick über Downtown Dubai und die berühmte Sheik Zayed Road genießen. Und es geht noch höher, ins 148. Stockwerk.

Voller Wüstenstaub

Egal von welcher Plattform man nach unten blickt, die Wolkenkratzer-Hotels recken sich ehrfürchtig hoch zum Turm und wirken winzig klein. Es ist ein erhabenes Gefühl, auf dem glänzenden Wahrzeichen der Emirate zu stehen und gemeinsam mit Touristen aus aller Welt Höhen Selfies zu erhaschen. Tagsüber ist die Aussicht von oben nicht so atemberaubend wie erwartet. Meist umhüllt Wüstenstaub die Hochhäuser und das Wahrzeichen Dubais, das 15 Kilometer entfernte Hotel Burj Al-Arab.

Zu Füßen des großen Turms liegt die Shopping- und Erlebniswelt. Abends versammeln sich Schaulustige rund um die Dubai Mall direkt vor dem Burj Khalifa und lassen sich vom Wasserschauspiel der Dubai Fountains begeistern. Ab 18 Uhr startet täglich der riesige Springbrunnen halbstündlich seine Show. Die Wasserstrahlen schießen aus dem Becken mehr als 30 Meter in die Höhe und tanzen im Takt der Musik zu arabischen, asiatischen und europäischen Klängen.

Danach gehen die Leute dorthin, wo das Leben spielt: in die Dubai Mall, in die Bars mit den arabischen Klängen, die Restaurants, in die Hotels oder zum Shoppen. Viele Wege führen am Dubai Aquarium vorbei, in dem Haie, Rochen und Oktopusse im warmen Meerwasser aus dem Persischen Golf ihre Runden drehen. Wem der Blick nicht reicht, kann in das zehn Millionen Liter Wasser fassende Haibecken eintauchen und die Sandtigerhaie aus nächster Nähe betrachten.

Boden aus Glas

Ein überdimensionaler Bilderrahmen, der "Dubai-Frame" im Zabeel Park, etwas außerhalb des von Hochhäusern geprägten Stadtzentrums, ist die neueste Attraktion. Zwei senkrechte Türme, je 150 Meter hoch, sind mit zwei waagerechten, 93 Meter langen Riegeln aus Stahlbeton, Glas, Stahl und Aluminium verbunden. Die Außenverkleidung ist vergoldet und mit Ornamenten versetzt. Oben angekommen, gibt es einen 360 Grad Blick auf die Altstadt im Norden und die Skyline Dubais im Süden. Ein Teil des Bodens ist mit Glas ausgestattet, und sorgt beim Blick nach unten für Nervenkitzel.

Zurück in der Erdetage wartet die virtuelle Zukunft. Hinter dem goldenen Rahmen zeigen sich 3D-gedruckte Gebäude und fliegende Lufttaxis, die lautlos durch die Hochhausschluchten schweben. Ein sauberer und reibungsloser Nahverkehr ohne Hektik, Staus und überfüllte Autobahnen. Drohnen und Roboter führen routinemäßige Wartungsarbeiten durch. So die faszinierenden Visionen des Scheichs für die Jahre bis 2050.

Dubais Herrscher

Trifft man den Herrscher Dubais? Eher selten. Sein weißer Mercedes in der G-Klasse ist zwar stadtbekannt, aber in der Mall oder im Restaurant wird man ihn nicht treffen. Vielleicht zum Pferderennen, wo die Familie in ihrer eigenen Loge sitzt und nur vor dem Rennen den Platz verlässt, um die Pferde zu streicheln und den Jockeys Anweisungen zu geben.

Beim Bummel am Creek entlang wandelt man auf den Spuren der Vergangenheit, dem ehemaligen Fischerdorf. Am Fluss liegen die Fracht-Dhow. Waren werden per Hand entladen und hektisches Treiben an den Docks lässt erahnen, dass die Stadt schon immer geschäftstüchtig war. Im Banken- Viertel stehen die ersten Hochhäuser von Dubai, die noch nicht in gigantischen Wolkenkratzern gipfeln. Mit den Abras (Wassertaxis) kommt man zum Deira Market. Die Souks sind genau so, wie man sie sich in 1001 Nacht vorstellt. Es wird gefeilscht, Waren werden angepriesen, Gewürze aus Säcken abgefüllt, Stoffe ballenweise transportiert. Im Goldsouk ist alles Gold, was glänzt und es wird nicht betrogen. Die Regierung überwacht die Echtheit und Qualität der angebotenen Waren.

So richtig mystisch wird es, wenn zur Gebetszeit, ein Wirrwarr an Stimmen, Wörtern und Tonlagen zu hören ist. Dann wenn der Muezzin in die Moschee ruft, oder seine Rufe den Sonnenuntergang am Persischen Golf begleiten. Gleich hinter der Moschee beginnen die Strände. Die Einheimischen starten mit bunten Kite-Schirmen in die Höhe, oder breiten ein großes Stück Stoff aus und picknicken gemeinsam, sitzen still und lauschen dem Meeresrauschen. Zwischendurch checken sie ihre WhatsApp-Nachrichten.

 
 

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