Drogenkonsumräume könnten Leben retten, davon sind Landshuter Wissenschaftler überzeugt. Sie kritisieren die Staatsregierung, die in Bayern keine haben möchte. Der Bedarf wäre in Ostbayern da.

Knapp 250 Menschen sind vergangenes Jahr in Bayern infolge ihres Drogenkonsums gestorben. Die meisten konsumieren die tödliche Dosis in ihrer Wohnung - fernab von Ersthelfern, die bei einer Überdosis den Tod verhindern könnten. Hätten sie einen Raum, in dem sie Drogen unter medizinischer Aufsicht spritzen könnten, könnte man Leben retten, sagen Professor Matthias Laub und Professorin Katrin Liel von der Hochschule Landshut (HAW).

In München und in Regensburg diskutierten die Stadträte bereits über die Notwendigkeit der Räume. Eigentlich sollten in München und Nürnberg Modellprojekte starten. Doch die Staatsregierung hat dem einen Riegel vorgeschoben. Nur wenn sie eine sogenannte Länderverordnung erlassen würde, könnten Drogengebraucher straffrei mitgebrachte Substanzen in solchen Räumen konsumieren.

Laub und Liel kritisieren die Absage der Staatsregierung für die Modellprojekte. Sie sei "weder fachlich noch ethisch nachvollziehbar" und ideologisch motiviert, schreiben die beiden Sozialwissenschaftler in einer Stellungnahme, die vor Kurzem mit der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe veröffentlicht wurde.

Das Gesundheitsministerium verteidigt auf Anfrage die Absage an die Drogenkonsumräume.