Drei Spiele in sieben Tagen Der Jahn steht vor einer richtungsweisenden Woche

"Babis" Makridis (Mitte) dufte gegen Kiel erstmals von Beginn an für den SSV Jahn ran. Am Ende stand ein 2:2 im ersten Spiel nach der Corona-Unterbrechung. Foto: Alexander Hassenstein/dpa

Mit dem Spiel beim SV Sandhausen beginnt für Jahn Regensburg am Samstag eine wichtige Woche, die Chancen und Risiken in sich birgt.

Vor dem SSV Jahn Regensburg steht eine richtungsweisende Woche. Um zu dieser Einschätzung zu gelangen, reicht ein Blick auf die kommenden Gegner und die Tabelle der 2. Bundesliga. Binnen sieben Tagen trifft der Jahn auswärts auf Sandhausen und Osnabrück und empfängt dazwischen zu Hause den 1. FC Nürnberg. Alle drei Gegner sind in der Tabelle hinter dem Jahn platziert, aber punktemäßig nicht weit entfernt. Die Spiele bieten Chancen und Risiken. Chancen, weil der Jahn dem Klassenerhalt sehr nahe kommen kann, wenn er fleißig punktet. Risiken, weil die Oberpfälzer nochmal richtig in den Abstiegskampf gezogen werden können, wenn sich die Punktausbeute in Grenzen hält.

Zu weit nach vorne schauen wollte Trainer Mersad Selimbegovic auf der virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag dabei aber noch nicht. "Sich etwas auszurechnen, bringt nichts. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen und schauen, dass wir in Sandhausen gut unterwegs sind und etwas Zählbares mitnehmen. Dann werden wir uns auf die nächsten Gegner konzentrieren." Auch dem Jahn-Coach ist dabei jedoch bewusst: "Wenn wir es gegen Sandhausen gut machen, haben wir nochmal zwei Spiele, die eine Gelegenheit darstellen, sich abzusetzen." Selbst wenn das nicht gelinge, sei aber weiter alles im "grünen Bereich", wie es Selimbegovic ausdrückte, da nach wie vor einige Teams zwischen dem Jahn und Platz 16 stünden.

Der Jahn muss offensiv besser werden

Gegen Sandhausen erwartet der Jahn-Coach "ein kampfbetontes Spiel". Sandhausen sei ein "sehr unangenehmer Gegner, der viel mit langen Bällen spielt, zwei robuste Spitzen hat und auch viele Flanken aus dem Halbfeld schlägt." Es werde ein Geduldsspiel, so Selimbegovic. "Wir müssen aufpassen, dass wir wenige Fehler machen und versuchen, uns vorne durchzusetzen, Umschaltmomente zu suchen, schnell nach vorne zu spielen und in den Rücken des Gegners zu kommen, um gefährlich zu werden." Die Offensive ist auch der Bereich, wo sich der Jahn nach dem Kiel-Spiel am meisten steigern kann. "Wir müssen im Spiel mit dem Ball, im Spiel nach vorne besser werden", sagte Selimbegovic.

Woran es der Jahnelf gegen Kiel einmal mehr nicht mangelte, war die Einsatz- und Laufbereitschaft. Über 120 Kilometer spulte die Mannschaft insgesamt ab, so viel wie kein anderer Zweitligist am vergangenen Spieltag. Das war gegen die starken Kieler auch dringend nötig, um am Ende doch noch den einen Punkt in der Oberpfalz zu behalten. Ob die Kräfte nun für die Englische Woche besser eingeteilt werden müssen? "Wir werden versuchen, noch effektiver zu laufen", so Selimbegovic. "Ich werde den Jungs aber nie sagen: Lauft weniger. Jedes Spiel kann entscheidend sein." Sollten einem Spieler die Kräfte oder die Spritzigkeit fehlen, hat der Jahn laut Selimbegovic genügend Breite im Kader, um reagieren zu können.

Nicht im Kader wird in Sandhausen Verteidiger Sebastian Nachreiner stehen, der gegen Kiel seine fünfte Gelbe Karte der Saison gesehen hat. Dafür kehrt Rechtsverteidiger Benedikt Saller nach abgesessener Sperre ins Aufgebot zurück. Ob er wieder anstelle von Oli Hein ran darf, der gegen Kiel ein gutes Spiel gemacht hat, oder ob beide von Beginn an agieren, ließ Selimbegovic am Donnerstag noch offen. Ebenso die Frage, wer Nachreiner in der Innenverteidigung ersetzen wird. Verletzungsbedingt können weiterhin Markus Palionis, Federico Palacios und Jan-Marc Schneider nicht mitwirken.

Lais empfiehlt sich für mehr

Ein Spieler hat sich vergangenes Wochenende in den Fokus gespielt: Marc Lais war an beiden Jahn-Toren beim 2:2 gegen Holstein Kiel entscheidend beteiligt. Knapp 20 Minuten reichten ihm dabei, um sich sogar in die "kicker"-Elf des Tages zu spielen. Für den 29-Jährigen war es erst der dritte Ligaeinsatz in dieser Saison. Seit Lais 2015 zum Jahn kam, war er Stammspieler, eine entscheidende Figur beim Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Doch seit der vergangenen Spielzeit wurden seine Einsatzminuten weniger, diese Saison spielte der Badener bislang nur eine Nebenrolle. Woran liegt's? Nicht an Lais selbst, wie Trainer Mersad Selimbegovic am Donnerstag sagte, denn der würde es "nicht schlechter" machen als zu den Zeiten, als er gesetzt war. "Es ist die Entwicklung des Clubs und der Konkurrenzkampf der da entstanden ist", meinte er. Mit Benedikt Gimber, Max Besuschkow und Andi Geipl gebe es auf der Sechs "richtig, richtig Konkurrenz." Die anderen wären im einen oder anderen Bereich einen Tick besser und hätten dadurch die Nase vorne.

Für Lais gilt laut dem Jahn-Coach wie für alle Spieler: "Das Beste geben, da sein und die Chance nutzen, wenn sie kommt. Das hat Marc hervorragend gemacht am Wochenende." Das sei der einzige Weg von Spielern, die nicht spielen oder gar nicht im Kader sind: Jeden Tag an sich selbst arbeiten und versuchen, jeden Tag die beste Version von sich selbst zu sein. Dass Lais seine Chance eindrucksvoll genutzt hat, stellt ihm nun auch wieder mehr Zeit auf dem Platz in Aussicht. "Das macht seine Chancen auf den nächsten Einsatz nicht schlechter – ganz im Gegenteil", sagte Selimbegovic.

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