Das Coronavirus breitet sich in Niederbayern rasend schnell aus. Die Intensivstationen vieler Krankenhäuser sind am Anschlag. Ministerpräsident Söder und Gesundheitsminister Holetschek haben die Region besucht.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts der dramatischen Lage in niederbayerischen Kliniken Kommunalpolitiker und Vertreter von Krankenhäusern zum Gespräch getroffen. Einmal mehr sprach er sich für ein höheres Tempo bei Auffrischungsimpfungen sowie für eine baldige allgemeine Impfpflicht aus. Zudem müssten die Kliniken bei der Bürokratie entlastet werden, sagte er in Neuburg am Inn (Landkreis Passau).

"Unsinnige und überflüssige Dokumentationspflichten, die den medizinischen Betrieb lähmen und zusätzliche Arbeit bedeuten, müssen ausgesetzt werden", sagte Söder. "Prüfungen müssen einfach mal zwei Monate verschoben werden." In weiten Teilen Niederbayerns sind die Corona-Infektionszahlen seit Wochen enorm hoch und die Kapazitäten vieler Krankenhäuser weitgehend ausgeschöpft.

Weiter forderte Söder schnelle Klarheit in Berlin beim Übergang vom bisherigen zum neuen Gesundheitsminister. Das dürfe nicht zehn Tage dauern, sagte er. "Wir haben keine zehn Minuten Zeit." Das Coronavirus bezeichnete er als "die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg".