In ihrem Geburtsjahr 1962 saßen die Deutschen beim Durbrigde-Krimi "Das Halstuch" gebannt vor dem Schwarz-Weiß-Fernseher. Hamburg traf eine Sturmflut. Die Welt war in der Kubakrise am Rande eines atomaren Krieges. Die Rolling Stones erschienen auf der Bildfläche und die Beatles brachten ihre erste Platte heraus. Brasilien war Fußballweltmeister. Der Liter Benzin kostete 0,30 Euro! Es gab nur 154.500 Arbeitslose und einen Mercedes 220 schon für 6.300 Euro. Ein Industriearbeiter - wohlgemerkt männlich - verdiente 1,77 Euro brutto in der Stunde.

Ob Sturmflut und Kubakrise - da kommt man schon ins Grübeln 2022. Früher war alles besser? Kein Lebensmotto jedenfalls von Hermine Eckl, Direktorin der Berufsschulen I und III. Sie lebt gerne im Hier und Jetzt und im Austausch mit jungen Menschen am Beginn eines erfolgversprechenden Berufslebens. Am Freitag wird sie 60. Eine Zahl, die ihr nicht zusetzt. "Ein Luxusproblem", sagt sie, wenn man mitten im Leben steht, gesund ist und in Familie und Beruf Erfüllung findet. "Warum dann über das Alter(n) lamentieren?"