Dingolfing Knapp 500 Dingolfinger demonstrieren gegen sexuelle Übergriffe

Am Sonntagnachmittag bot sich ein überraschendes Bild in der Dingolfinger Innenstadt. Knapp 500 Bürger waren auf den Beinen, um gegen die sexuellen Übergriffe der letzten Tage zu demonstrieren. Gegen 14 Uhr versammelten sich die Demonstranten ohne vorherige Anmeldung im Bereich des Rathauses und marschierten anschließend in Richtung Marienplatz. „Wir machen uns Sorgen um unsere Kinder und Zukunft“ stand unter anderem auf einem selbst gebastelten Plakat. Neben diversen mitgeführten Plakaten und Transparenten gab es zwischendurch immer wieder Sprechchöre und Redebeiträge zu hören. Polizei-Dienststellenleiter Max Mundt berichtete, dass die Demonstration im Stadtgebiet äußerst friedlich ablief. Es war eine bundesweite Aktion von Russland-Deutschen, die damit für mehr innerörtliche Sicherheit in Deutschland sorgen wollen. Die Polizei sorgte am Sonntag für einen reibungslosen Ablauf der Demonstration. Gegen 15:50 Uhr endete die Versammlung.

Wie die Pressesprechung der Polizeidirektion Niederbayern feststellte, fanden am Sonntag nicht nur in Dingolfing, sondern bundesweit ähnliche Protest-Aktionen statt. Den Grund dafür vermutet die niederbayerische Polizei in deutschlandweiten Vorfällen, unter anderem in Berlin, bei denen Migranten gegen russischstämmige Mitbürger auffällig wurden. Durch bundesweite Aufrufe in sozialen Netzwerken bzw. oftmals regional im Nachrichtendienst „Whats app“ gewannen diese Protestaktionen an Zulauf und an Brisanz. Die Versammlungen verliefen in Niederbayern weitgehend friedlich, was nicht zuletzt dem raschen und besonnenen Eingreifen der Polizei geschuldet sein dürfte. Auch künftig wird die Niederbayerische Polizei wachsam in Zusammenhang mit derartigem Versammlungsgeschehen sein.

Deggendorf: bis zu 200 Demonstranten vor dem Rathaus

Zwischen 14.45 Uhr und 16.00 Uhr kamen vor dem Deggendorfer Rathaus unangemeldet ca. 150 bis 200 Personen russischer Herkunft zu einer Versammlung zusammen. Mit der 45-jährigen Versammlungsleiterin wurde seitens der Polizei zu Beginn der Aktion ein Gespräch zum Ablauf der Aktion geführt. Auch hier führten die Teilnehmer Transparente und Plakate mit sich, Redebeiträge gab es hier nicht. Die vereinbarten Auflagen wurden eingehalten, die Versammlung verlief störungsfrei.

Landau a. d. Isar: bis zu 70 Demonstranten

In Landau an der Isar versammelten sich zwischen 14.00 Uhr und 15.15 Uhr ebenfalls unangemeldet rund 60 bis 70 russische Spätaussiedler ohne vorherige Anmeldung vor dem Rathaus. Auch hier verlief die Aktion störungsfrei, der Bürgermeister der Stadt diskutierte intensiv mit den Teilnehmern, bevor sich die Zusammenkunft auflöste.

Pocking: rund 40 Demonstranten

Etwa 40 Personen kamen gegen 14.45 Uhr ohne vorherige Anmeldung friedlich vor dem Pockinger Rathaus zusammen. Alle hatten russische bzw. deutsch-russische Nationalität. Nach über einer Stunde löste sich die Zusammenkunft auf, zu polizeirelevanten Vorfällen kam es nicht.

Passau: rund 30 Demonstranten

Vor dem Passauer Rathaus versammelten sich um 14.35 Uhr offensichtlich spontan ca. 30 Personen russischer Herkunft. Darunter befanden sich auch zahlreiche Kinder. Offenkundig wurde, dass sie sich auch an der in sozialen Netzwerken verbreiteten Protestaktion beteiligen bzw. anschließen wollen. Transparente oder Redebeiträge gab es nicht. Nach 15 Minuten löste sich das Zusammentreffen bereits wieder auf. Zu Störungen oder Zwischenfällen kam es nicht.


Liebe Leserinnen und Leser,
im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf idowa.de finden Sie unter diesem Text keine Kommentare. Leider erreichen uns zum Thema Flüchtlinge so viele unangemessene, beleidigende oder justiziable Beiträge, dass eine gewissenhafte Moderation nach den Regeln unserer Netiquette kaum mehr möglich ist. Wir bitten um Verständnis.