Digitale Zeitvertreibe Unser Autor Sebastian bedankt sich bei Serien, Games und Podcasts

, aktualisiert am 28.05.2021 - 14:28 Uhr
Kleine Figuren, die über putzige Hindernisparcours laufen: „Fall Guys“ macht Spaß und erlaubt zumindest auf dem Bildschirm soziale Interaktion. Foto: Mediatonic

Ohne digitalen Zeitvertreib hätten wir den Lockdown nicht überstanden – zumindest unser Autor Sebastian Geiger nicht.

Zugegeben, die vergangenen Monate waren ziemlich schrecklich. Und ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie schrecklich sie erst gewesen wären ohne die vielen kleinen digitalen Zeitvertreiber, die zumindest phasenweise die Situation erträglicher gemacht haben.

Ein Gefühl von Heimeligkeit durch Laberpodcasts

Da waren zum einen Podcasts. Die höre ich zwar auch sonst sehr gerne, aber so intensiv wie im vergangenen Jahr ganz sicher nicht. Vor allem ein Genre hat es mir angetan: der Laberpodcast. Der besteht daraus, dass sich zwei oder mehr Leute über verschiedene Dinge unterhalten. Eigentlich mag ich eher Hörspiele oder Reportagen, aber der Laberpodcast hat einen Vorteil: Wenn man die Augen zumacht, hat man fast das Gefühl, einem Gespräch am Nachbartisch zuzuhören. Noch eine Tasse Tee und ein Stückchen Kuchen dazu und es wird beinahe heimelig.

„Pilot Pickups“ und „Phantastik Brunch“

Laberpodcasts gibt es wie Sand am Meer. Deshalb an dieser Stelle nur zwei kleinere Produktionen, die mich gut unterhalten haben: „Pilot Pickups“, in der die Kino- und Serienfachleute Nicole Lange und Rudolf Inderst über alte und neue Serien reden und erklären, was man auch jenseits der ersten Folge noch anschauen kann. Praktischer Nebeneffekt: Der Netflix-Abend ist auch gleich gerettet. Und dann wäre da noch der „Phantastik Brunch“: Eine Damenrunde aus der Buchbranche ratscht über Bücher – von Neuerscheinungen bis zur ewigen Frage: Wie funktioniert das in der Buchbranche eigentlich alles? Drei Stunden Videoessay im Lockdown? Kein Problem Ähnlich ist mein YouTube-Nutzerverhalten. Dort gibt es seit einigen Jahren das Genre Video-Essay, in dem eine Person 20 Minuten bis drei Stunden einen (hoffentlich gut recherchierten) Aufsatz über ein (meist nerdiges) Thema vorliest – Einblendungen und schöne Bilder inklusive. Manchmal schaue ich die Essays auch gar nicht an, sondern höre nur zu. Im Idealfall habe ich am Ende etwas gelernt, manchmal werde ich auch nur gut unterhalten. Ein kleiner Tipp: Die Kommentare darunter besser nicht durchlesen. Da wird das wohlige Gefühl sofort wieder zunichtegemacht. Ein besonders schönes Beispiel für Video-Essays ist Noah Caldwell-Gervais. In unregelmäßigen Abständen veröffentlich der stundenlange Analysen zu bestimmten Games, die aber so packend erzählt sind, dass man sie sich sogar öfters ansehen kann.

Kein Kopf für komplizierte Videospiele und Bücher

Mit den Spielen ging es mir im Lockdown dagegen wie mit dem Bücherlesen. Wenn beides nicht gerade von Berufs wegen notwendig war, war das Hirn spätestens Ende 2020 viel zu breiähnlich, um sich noch sinnvoll mit dem jeweiligen Medium zu beschäftigen. Und das, obwohl die epischen Spiele mit den langen und komplizierten Geschichten sonst meine große Leidenschaft sind und gerade in den vergangenen Monaten dafür auch sehr viel Zeit gewesen wäre.

„Gwent“, „Fall Guys“ und „Guild Wars 2“

Stattdessen waren es drei Multiplayer-Spiele, die mich durch die verschiedenen Phasen des Lockdowns begleitet haben: „Gwent“, ein Online-Sammelkartenspiel, bei dem man clever taktieren muss, „Fall Guys“, das knuffigste Geschicklichkeitsspiel der Welt und das Rollenspiel „Guild Wars 2“, bei dem man eine epische Geschichte mit vielen anderen Spielern erleben kann. Das Schöne war dabei für mich: Ich musste sie nicht allein spielen. Die vielen kleinen Nutzernamen über den Figuren zeigten, dass da draußen noch jemand anderes war.

Denn das merke ich in der Pandemie besonders gut: Während ich es sonst genieße, im Netz für mich sein zu können, zieht es mich aktuell dazu hin, Erlebnisse mit anderen Leuten zu teilen – und sei es nur virtuell. Am Ende sind wir nämlich alle soziale Wesen. Selbst die, die manchmal lieber allein sind.

 

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