Die Neuen des Jahn Tom Baack: Raus aus der Komfortzone

Tom Baack ist vom Ligakonkurrenten VfL Bochum zum SSV Jahn gewechselt. Foto: Fabian Roßmann

Fast seine komplette Jugend spielte Tom Baack für den VfL Bochum und machte dort auch die ersten Schritte im Herrenbereich. Beim SSV Jahn will er nun ganz bewusst "raus aus der Komfortzone".

Beim SSV Jahn Regensburg gibt es in diesem Sommer zahlreiche neue Gesichter. idowa stellt die Neuzugänge des Oberpfälzer Zweitligisten vor. Dieses Mal Tom Baack, der vom Ligakonkurrenten VfL Bochum gekommen ist.

Tom Baacks Weg zum SSV Jahn

In Essen aufgewachsen, wechselte Tom Baack früh zu einem Profiverein. Nach den Anfängen beim SV Leithe lud ihn sein ehemaliger Trainer zum Probetraining beim VfL Bochum ein, wohin Baack mit sieben Jahren wechselte. Seitdem spielte der Mittelfeldspieler ununterbrochen für den VfL – insgesamt 13 Jahre lang. „Die Ausbildung hat mir viel gegeben. Vor allem Professionalität, denn man wurde auf und neben dem Platz in Richtung Profifußball geführt“, blickt Baack zurück. „Die ganze Breite des Lebens lernt man auch in einem Verein kennen.“

Ab der U16 lief das Talent dann auch für die deutschen Nachwuchsnationalteams auf und es zeichnete sich immer mehr ab, dass er seinen Traum, Fußball als Beruf ausüben zu können, verwirklichen könnte. „Die Nationalmannschaft war plötzlich noch einmal eine ganz andere Bühne“, erzählt Baack. „Es ist eine Riesenehre, wenn man für sein Land spielen und es repräsentieren darf.“

Das bisherige Karrierehighlight

Hier nennt Baack neben seinem ersten Profieinsatz das Halbfinale der U17-Europameisterschaft 2016 gegen Spanien. Er spielte damals über die volle Distanz in der Innenverteidigung. Zwar verlor die DFB-Auswahl knapp mit 1:2 und schied aus dem Turnier aus. „Aber es war das bislang mit Abstand größte Spiel, das ich bestritten habe, deshalb war es sehr prägend“, sagt Baack.

Das sind die Gründe für den Wechsel zum Jahn

Nach 13 Jahren Bochum wurde es Zeit für etwas Neues. „Dass ich einmal aus der Komfortzone herauskommen wollte, war sicher einer der Hauptgründe für meinen Wechsel", sagt Baack. „Man braucht einfach einmal eine neue Herausforderung, um sich selbst ein bisschen zu kitzeln.“

Warum die Wahl dann auf den Jahn fiel? „Der Verein ist eine super Adresse in der 2. Liga, um sich als Spieler weiterzuentwickeln.“ Zudem war der 20-Jährige in der vergangenen Saison von der Spielweise des Jahn beeindruckt. „Wir wussten in Bochum genau, was auf uns zukommt. Der Jahn ist ein richtig ekeliger Gegner.“ Zudem überzeugte ihn in den Gesprächen das ruhige Umfeld und das Familiäre im Verein. „Christian Keller hat mir gesagt, dass man hier Teil der großen Jahnfamilie werden kann. Das hat mich gereizt. Zudem kann man hier in Ruhe arbeiten und sich persönlich weiterentwickeln.“

Das sind die ersten Eindrücke

„Die Mannschaft ist super, hat mich toll aufgenommen und man war schon nach einer Woche gut integriert“, sagt Baack. Das sei nicht überall so, deshalb wisse er das auch zu schätzen. Auch das Training gefällt ihm und die Stadt bezeichnet er als „super schön. Hier kann man sich sehr schnell einleben und wohlfühlen.“

So tickt Tom Baack auf dem Platz

Er stehe nicht gerne im Mittelpunkt, sagt Tom Baack. „Ich bin eher ein Spieler, der seinen Mitspielern zuarbeitet. Ich will mich auf meine Sachen konzentrieren und dadurch der Mannschaft helfen.“ Er verteidige gerne sehr offensiv, und spiele nicht abwartend, sondern agiere lieber statt zu reagieren. Zudem sei es sein Ziel, Stabilität ins Spiel seiner Mannschaft zu bringen. Baack ist in der Defensive flexibel einsetzbar, hat in seiner Laufbahn schon alle Defensivpositionen gespielt. „Am wohlsten fühle ich mich aber auf der Sechs, die ich bislang auch beim Jahn trainiert und gespielt habe.“

So tickt Tom Baack privat

„Im Spiel kann ich schon auch mal etwas lauter werden und aggressiv zu Werke gehen. Privat bin ich dagegen eher ruhiger“, sagt Baack. Er unternehme gerne etwas mit der Familie oder mit Freunden. „Aber ich neige nicht dazu, zu oft rauszugehen. Ich bin auch ab und zu gerne mal für mich alleine“, sagt er.

Tom Baack lebt seit knapp sieben Monaten vegan. Sein ehemaliger Mitspieler und Sitznachbar Tom Weilandt hat ihm das nahegelegt. „Ich fühle mich dadurch wacher und regeneriere besser“, berichtet er von der Umstellung. Er hat es ausprobiert, hat sich Dokumentationen angeschaut und darüber gelesen. „Seitdem habe ich körperlich keine Verschlechterung gespürt. Deshalb fällt es mir nicht schwer. Dass es zum Beispiel für die Umwelt noch einen positiven Nebeneffekt hat, ist umso besser.“

Das sind die Ziele für die kommende Saison

Persönlich will er so viel wie möglich spielen. „Das ist gerade im jungen Alter, wenn die Karriere losgeht, wichtig, um sich weiterzuentwickeln und zu verbessern“, sagt er. Mit der Mannschaft zählt in erster Linie, den Klassenerhalt so schnell wie möglich zu schaffen. „Wenn uns das gelingt, schauen wir was noch möglich ist“, blickt Baack voraus.

Das sagen die Verantwortlichen

"Er ist ein sehr talentierter junger Spieler. Ich traue ihm zu, dass er bei uns einen Sprung in seiner Entwicklung macht", findet Trainer Mersad Selimbegovic. Ein großer Vorteil: "Tom ist flexibel einsetzbar, kann auf der Sechs, als Innenverteidiger oder rechter Verteidiger spielen. Er ist für sein Alter unglaublich ruhig am Ball."

Für Geschäftsführer Christian Keller ist Baack "ein hochtalentierter junger Spieler, der neben viel fußballerischem Potential vor allem auch ganz viel Mentalität mitbringt. Beim Jahn soll Tom nun die nächsten Entwicklungsschritte gehen, um sich im Profifußball zu etablieren."

Weitere Artikel

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading