Die Neuen des Jahn Erik Wekesser: Ein "linker Huf" für Regensburg

Erik Wekesser ist aus der Regionalliga zum SSV Jahn Regensburg gewechselt. Foto: Fabian Roßmann

Stürmer Erik Wekesser wagt den Sprung aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Beim SSV Jahn will er unter anderem seine Abschlussqualität und seinen "linken Huf" einbringen.

Beim SSV Jahn Regensburg gibt es in dieser Saison viele neue Gesichter. idowa stellt die Neuzugänge in einer Serie vor. Dieses Mal Stürmer Erik Wekesser (22), der vom Regionalligisten Walldorf in die Oberpfalz gewechselt ist.

Erik Wekessers Weg zum Jahn

Wekesser wurde in Schwetzingen geboren und wuchs in Mannheim auf. Dort machte er auch seine ersten Schritte im Fußball, erst bei Phoenix, dann bei Waldhof Mannheim. Mit zehn Jahren wechselte er zum 1. FC Kaiserslautern, bei dem er bis in den Herrenbereich alle Teams durchlief und es bis in die Junioren-Natioalteams schaffte.

Warum der Durchbruch zu den Profis nicht gelang? „Wir hatten damals bei den Trainern und Sportdirektoren einige Wechsel, das ist gerade für junge Spieler schwer“, blickt der Offensivmann zurück, sagt aber auch selbstkritisch: „Ich habe damals sicher auch den einen oder anderen Fehler gemacht. Ich kam nach meinem ersten A-Jugend-Jahr als Junioren-Nationalspieler zu den Profis. Da hat man die Erwartung, schnell Fuß zu fassen. Wenn man dann nicht im Kader ist, macht man sich seine Gedanken, ist ein bisschen frustriert und trainiert deshalb vielleicht nicht so, wie man sollte.“ Seine Lehre daraus: „Man muss geduldig sein und einfach immer hart an sich arbeiten. Dann kommt der Rest von alleine.“

Auf die Zeit in Kaiserslautern folgten nun drei Vereinswechsel binnen drei Jahren. „Das ist sicher ungewöhnlich für mich“, sagt Wekesser, der zuvor zehn Jahre am Stück beim FCK war. Zunächst ging es nach Koblenz. Das neue Umfeld habe gutgetan, blickt Wekesser zurück. Aufgrund von finanziellen Problemen im Verein ging es nach einem halben Jahr schon weiter zum FC-Astoria Walldorf. Dort hatte er eineinhalb gute Jahre und empfahl sich für den Jahn. „Ich will und muss jetzt den nächsten Schritt machen“, sagt er und hofft, nun wieder länger in einem Verein bleiben zu können.

Das bisherige Karrierehighlight

Wekessers bisheriges Highlight ist ein Spiel für die U18-Nationalmannschaft im November 2014. Bei einem Vier-Nationen-Turnier in der Türkei erzielte er damals zwei Treffer beim 3:2-Erfolg gegen Tschechien. „Es war immer ein wahnsinniges Gefühl, für Deutschland auflaufen zu dürfen. International zu spielen ist noch einmal etwas anderes als im Verein. Ich war froh, dort meine Spiele bekommen zu haben. Dann noch zweimal in einem Spiel zu treffen, war umso schöner“, blickt er zurück.

Die Gründe für den Wechsel zum Jahn

Nachdem er vom Jahn gescoutet worden ist, kam es zu einem Gespräch mit den Verantwortlichen. „Die waren von Beginn an sehr positiv“, sagt Wekesser. „Das war auch der Hauptgrund, warum ich mich für den Jahn entschieden habe. Hier werden Werte gelebt, mit denen auch ich mich sehr gut identifizieren kann.“ Zudem habe er den Jahn in der Vergangenheit auch aus der Ferne „durchweg positiv“ wahrgenommen. „Mir gefällt, wie hier Fußball gespielt wird, das hohe Pressing, das aggressive Anlaufen, das schnelle Umschaltspiel. Ich glaube, diese Spielidee liegt mir sehr gut.“

Das sind die ersten Eindrücke

Den Zusammenhalt beim Jahn hat Erik Wekesser schnell zu spüren bekommen. Denn der Stürmer verletzte sich zu Beginn der Vorbereitung und wird auch den Saisonstart verpassen. „Auch in einer solchen Situation sind die Mitspieler und Verantwortlichen für einen da und unterstützen einen bestmöglich“, sagt Wekesser. Auch die ersten Eindrücke der Stadt sind rundum positiv.

So tickt Erik Wekesser auf dem Platz

Wekesser beschreibt sich als „Spielertyp, der immer Vollgas gibt“. Er duelliere sich gerne in Zweikämpfen, habe aber auch Spaß am Kombinationsspiel. „Meine Stärken sind sicher auch mein Abschluss und meine Kaltschnäuzigkeit.“ Trainer Mersad Selimbegovic sagte vor ein paar Wochen: „Ich hoffe, Eriks linker Fuß bekommt hier ganz schnell einen Spitznamen.“ Darauf angesprochen muss Wekesser schmunzeln: „Ein ehemaliger Trainer hat ihn immer als ‚linken Huf‘ bezeichnet. Aber mal sehen, vielleicht lässt sich der Trainer ja noch etwas anderes einfallen.“

So tickt Erik Wekesser neben dem Platz

Der 22-Jährige beschreibt sich als „sehr offener Typ, der immer gut gelaunt ist. Ich habe gerne Menschen um mich rum und bin nicht gerne alleine.“ In Regensburg vermisse er seinen Bruder Elias, zu dem er ein enges Verhältnis hat. „Ich habe immer viel mit meinem Bruder unternommen. Aber wir telefonieren aktuell täglich“, sagt er. Anders als Erik spielt Elias Wekesser in der Innenverteidung, aktuell in der U19 des SV Sandhausen. „Ich versuche ihm so gut es geht zu helfen, wenn er Tipps braucht“, sagt der ältere Bruder. Ein Hobby ist es neben dem Fußball auch, mit der Familie bei der ehemaligen Ringer-Mannschaft seines Vaters zuzuschauen.

Das sind die Ziele für die kommende Saison

Mit der Mannschaft stehe natürlich im Vordergrund, schnellstmöglich die 40 Punkte für den Klassenerhalt zu holen. „Dafür will ich mich hier voll einbringen mit Einsatz, Leidenschaft und Siegeswillen“, sagt Wekesser. Er wolle täglich dazulernen, Gas geben und natürlich auch so viele Einsätze wie möglich bekommen. „Ich weiß, was ich kann und werde versuchen, das bestmöglich in die Mannschaft einzubringen.“

Das sagen die Verantwortlichen

"Er ist immer noch jung und hat schon im jungen Alter bei Kaiserslautern angedeutet, was er kann", sagt Cheftrainer Mersad Selimbegovic. "Er hat den Durchbruch nicht direkt geschafft, aber das ist bei vielen jungen Spielern ganz normal. Ich sehe bei ihm eine Wucht und eine Abschlussqualität."

"Eriks Spiel zeichnet sich durch Dynamik, Wucht, Aggressivität sowie Zug zum Tor gepaart mit Abschlussstärke aus", meint Geschäftsführer Christian Keller. "Damit bringt er vieles mit, das hervorragend zu unserer Spielidee passt. Erik ist außerdem offen und lernwillig, so dass eine große Chance besteht, dass er sich schnell an die höhere Spielintensität der 2. Bundesliga anpasst."

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