Die Neuen des Jahn Alexander Meyer: "Ich hasse es zu verlieren"

Gekommen, um zu spielen: Alexander Meyer will sich beim SSV Jahn als Nummer eins durchsetzen. Foto: imago

Alexander Meyer (28) hat in den vergangenen beiden Jahren beim VfB Stuttgart wenig gespielt. Das soll sich nun beim SSV Jahn Regensburg ändern, wenn es nach dem Torhüter geht.

Beim SSV Jahn Regensburg gibt es in diesem Sommer zahlreiche neue Gesichter. idowa stellt die Neuzugänge in einer Serie vor. Im dritten Teil geht es um den neuen Torhüter Alexander Meyer, der vom VfB Stuttgart in die Oberpfalz gewechselt ist.

Alexander Meyers Weg zum Jahn

Nördlich von Hamburg aufgewachsen, war Alexander Meyer von Kind auf Fan des Hamburger SV. Er war Balljunge und spielte im Nachwuchs sieben Jahre für den Verein – bis zur U23. Der Sprung zu den Profis gelang nicht ganz, auch aufgrund einer schweren Verletzung. Etwas, das sich bisher durch die Karriere Meyers zieht. Denn auch bei seiner nächsten Station beim TSV Havelse, warfen ihn zwei Verletzungen zurück. Auch deshalb spielte er dort für insgesamt vier Jahre. Doch sein Ziel, Profi zu sein, verlor Meyer zu keinem Zeitpunkt aus den Augen.

Es folgte der Wechsel zu Energie Cottbus und ein Jahr später schloss sich der Torhüter dem VfB Stuttgart an. Bei den Schwaben war Meyer im ersten Jahr die Nummer zwei, doch dann warf ihn wieder eine Verletzung – dieses Mal ein Kreuzbandriss – zurück. Seit Januar ist er wieder fit und war wieder im Training des VfB – doch er war hinten dran und schaffte es bei den Spielen nicht mehr in den Kader. Nun folgte der Schritt zum Jahn – weil er hier die Anerkennung und Wertschätzung spürte, die ihm bei den Gesprächen mit dem VfB Stuttgart am Ende ein Stück weit fehlten. Zudem sieht er beim Jahn die bessere Perspektive zu spielen. Von seinen Verletzungen gebe es keine Nachwirkungen mehr: „Ich bin wieder zu 100 Prozent fit, völlig belastbar und komplett schmerzfrei. Jetzt habe ich richtig Lust, beim Jahn anzugreifen.“

Das bisherige Karrierehighlight

Das war ein Spiel, das auch Folgen für die Karriere von Alexander Meyer haben sollte. Im August 2017 spielte Energie Cottbus in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den VfB Stuttgart. Zwar gewann der favorisierte VfB mit 6:5 nach Elfmeterschießen, doch der Underdog hielt gut dagegen und auch Meyer überzeugte mit einer guten Leistung – hielt zum Beispiel im Elfmeterschießen einen Stuttgarter Versuch. „Wir hatten als Underdog bei einem Flutlichtspiel einen Bundesligisten am Rande einer Niederlage. Wir gingen in Führung, kassierten unglücklich den Ausgleich und haben dann im Elfmeterschießen verloren. Mit allem drum und dran war das mein persönliches Highlight.“ Ein paar Tage nach diesem Highlight bekam Meyer einen Anruf – und zwar vom Pokalgegner Stuttgart, der ihn als zweiten Torhüter verpflichten wollte. „Das kam für mich aus dem nichts“, blickt Meyer zurück. Lange überlegen musste er aber nicht: „Denn auf eine solche Chance hatte ich lange hingearbeitet.“

Das sind die ersten Eindrücke vom Jahn

Die sind rundum positiv. „Ich wurde von der Mannschaft super aufgenommen. Wir haben eine tolle Truppe, das macht richtig Spaß und es ist auch ordentlich Zug drin.“ Man spüre zudem regelrecht ein „Wir-Gefühl“, so Meyer: „Alle ziehen an einem Strang, das macht den Jahn auch seit einigen Jahren aus.“ Am Verein gefallen dem neuen Keeper vor allem die gelebten Werte, die auch ihm persönlich wichtig sind: Demütigkeit, Dankbarkeit, Bodenständigkeit. Die Stadt Regensburg kannte Meyer zuvor nicht, „aber was ich bisher gesehen habe, das gefällt mir richtig gut.“

So tickt Alexander Meyer auf dem Platz

Meyer beschreibt sich als Spieler, der „gerne Verantwortung übernimmt und vorangeht.“ Er versuche, mit seinen Vorderleuten viel zu kommunizieren. Zudem interpretiere er das Torwartspiel sehr offensiv und versuche auch, risikoreich mitzuspielen. „Wichtig ist mir auch eine gute Strafraumbeherrschung, ich will als Torhüter präsent sein.“

So tickt Alexander Meyer privat

Neben dem Platz sei er eher ruhig, verrät Meyer, aber dennoch auch für jeden Spaß zu haben. Neben dem Fußball mag er auch andere Sportarten wie Basketball oder Schwimmen. „Zudem bin ich gerne in der Natur, in einem Café in der Stadt oder lese ein Buch.“

Durch sein Verletzungspech habe er zudem gelernt, „was wirklich wichtig ist im Leben“. Die Verletzungen hätten ihn noch stärker gemacht und er sei immer noch stärker zurückgekommen. In diesen Zeiten habe er auch viel im mentalen Bereich gearbeitet. „Meine Verletzungen haben jeweils mehrere Monate gedauert, deshalb waren das schon harte Zeiten. Aber ob verletzt oder nicht – ich habe immer versucht, das Beste aus jedem Tag herauszuholen und mein Maximum zu geben“, erzählt er. „Wichtig ist nur, wie man mit solchen Phasen umgeht. Ich war immer schon positiv und habe mich gerade in diesen Phasen mental weiterentwickelt. Ich habe gemerkt: Ich bin selbst dafür verantwortlich, wie meine Stimmung und meine Situation ist.“

Das sind die Ziele für die kommende Saison

Mit der Mannschaft will Meyer den erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre mit dem Jahn fortsetzen. „Es gibt einen kleinen Umbruch mit einem neuen Trainer und ein paar neuen Spielern. Aber das ist auch eine Chance für neue Spieler, den Weg weiter erfolgreich zu gestalten“, sagt er.

Im Tor erwartet den Neuzugang ein Dreikampf mit André Weis und Alexander Weidinger um die Nummer eins – den Meyer natürlich für sich entscheiden möchte. „Ich habe jetzt zwei Jahre nicht viel gespielt und hoffe, dass ich wieder auf meine Spiele komme und mich als Nummer eins durchsetzen kann.“ Dass er dafür Leistung bringen muss, weiß Meyer: „Es wurde klar kommuniziert, dass es ein Dreikampf um die Position im Tor wird. Das gefällt mir und das Leistungsprinzip soll zählen.“ Trotz der Konkurrenzsituation verstehe er sich mit seinen beiden Kollegen schon sehr gut. Was Meyer neben seinen sportlichen Qualitäten in die Waagschale werfen will? „Meinen Ehrgeiz und meine Disziplin. Ich sehe mich als Gewinnertyp und hasse es, auch nur die kleinsten Spiele zu verlieren“, sagt er. Zudem wolle er seine Positivität einbringen: „Egal, wie die Situation ist: Ich will vorangehen.“

Das sagen die Verantwortlichen

Mit den drei Torhütern Alexander Meyer, André Weis und Alexander Weidinger sieht der neue Cheftrainer Mersad Selimbegovic den Jahn auf dieser Position sehr gut aufgestellt. Zu Meyer sagt er: „Er hat eine gute Präsenz und Ausstrahlung und ist in der Strafraumbeherrschung stark.“

Geschäftsführer Christian Keller ist „äußerst zuversichtlich, dass Alex mit seiner sportlichen Qualität, aber auch mit seiner Persönlichkeit sehr gut in unser Kollektiv passt und diesem Stabilität und Halt geben kann.“ Er sieht in Meyer einen Keeper, der „das Torwartspiel offensiv und mutig“ interpretiere – „sei es beim Mitspielen, bei der Strafraumbeherrschung oder beim Coaching.“

 

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