Die idowa-Familienkolumne

Warum Eltern nicht die besseren Schüler waren


Familienmensch: die idowa-Familienkolumne.

Familienmensch: die idowa-Familienkolumne.

Ja, die Schule hat sich verändert. Ob Digitalisierung oder Hygieneregeln, der Alltag der Kinder ist ein anderer geworden.

Wir Eltern mahnen zu bravem Verhalten, zu eifrigem Lernen und ordentlichen Hefteinträgen. Nach 13 Jahren Schule wissen wir nämlich, wie der Hase läuft: er hoppelt!

Familienmensch - die idowa-Familienkolumne gibt es auch zum Anhören:

Doch die Kinder scheinen einen anderen Rhythmus zu haben. Die Hausaufgabenstellung holen sie sich per Handy, zum Mitschreiben am Ende der Mathestunde hat es nicht gereicht. Denn gearbeitet wurde am Tablet, einen Stift hatte die Tochter gar nicht dabei. Als der Lehrer einen Mitschüler daran erinnert, dass er nicht im Unterricht zocken soll, zuckt der nur mit den Schultern und spielt weiter. Ich bin entrüstet, als ich dies erzählt bekomme. Wieso wird hier nicht durchgegriffen?!

Die eigenen heimlichen Kartenspiele während des Unterrichts sind dabei nicht mehr präsent. Und dass die väterlichen Lernlücken noch für drei weitere Mitschüler zum Durchfallen gereicht hätten, ist gekonnt verdrängt. Als jedoch eines schönen Abends die Tochter mit meinem Zeugnis aus der zehnten Klasse vom Dachboden kommt und fragt, was die Bemerkung oberhalb der Noten bedeute, werde ich doch rot: "Andreas war um angemessenes Verhalten bemüht." Es als Lob für gute Führung wahrzunehmen, schaffe ich nicht.

Aber es war auch eine andere Zeit. Irgendwie.